Einbußen für Regierungspartei ANC bei Parlamentswahlen in Südafrika

epd-bild/Stefan Ehlert Bei den Parlamentswahlen in Südafrika sind rund 44 Prozent der Distrikte ausgezählt. Der Afrikanische Nationalkongress kommt bislang auf 56 Prozent der Stimmen. Die Wahlbeteiligung sank auf ein historisches Tief.

09.05.2019

Bei den Parlamentswahlen in Südafrika zeichnet sich trotz deutlicher Verluste ein Sieg der Regierungspartei ANC ab. Nach Auszählung von etwas mehr als 44 Prozent der Distrikte kam der seit dem Ende der Apartheid regierende Afrikanische Nationalkongress (ANC) auf rund 56 Prozent der Stimmen, wie die Wahlkommission am Donnerstag mitteilte.

Es ist der schlechteste Wert für die Partei von Präsident Cyril Ramaphosa seit der Überwindung der Rassentrennung und den ersten demokratischen Wahlen 1994. Dennoch reicht es für eine absolute Mehrheit in der Nationalversammlung. Auch die Wahlbeteiligung sank bei der Abstimmung am Mittwoch auf ein historisches Tief und lag bei etwa 65 Prozent.

Die größte Oppositionspartei, die Demokratische Allianz (DA), legte nach Stand von Donnerstagnachmittag leicht auf etwa 24 Prozent zu. Die linksgerichteten Ökonomischen Freiheitskämpfer (EFF) des Populisten Julius Malema verbesserten sich von 6,4 auf etwas über neun Prozent.

Deutliche Schwächung

Trotz der deutlichen Schwächung wird der ANC wieder allein die nationale Regierung stellen können, mit Präsident Ramaphosa an der Spitze. Der hatte bereits am Mittwoch angekündigt, sein Kabinett umzubilden, und der Korruption den Kampf angesagt.

In den neun Provinzen, deren Parlamente ebenfalls neu gewählt wurden, deutete sich am Donnerstag an, dass Western Cape mit der Großstadt Kapstadt erneut von der DA gewonnen wurde, während der ANC in allen übrigen Provinzen vorn lag. In der wichtigsten und ökonomisch stärksten Provinz Gauteng - das Gebiet um Johannesburg - wackelte die ANC-Mehrheit jedoch. Dort lag die Partei Nelson Mandelas nur knapp über 50 Prozent. Allerdings waren zu dem Zeitpunkt weniger als ein Drittel der Stimmen dort ausgezählt.

Insgesamt hatten sich fast 27 Millionen der 57 Millionen Südafrikaner zur Wahl registrieren lassen, rund 10 Millionen verzichteten auf ihr Wahlrecht, darunter die meisten Erstwähler. Die Wahlbeteiligung ging im Vergleich zu 2014 um rund acht Prozent zurück. Wegen anhaltender Proteste konnte in einigen Wahlbüros in der Provinz Kwazulu-Natal zeitweilig nicht gewählt werden. Sollte das Auswirkungen haben auf das Ergebnis, werde die Wahl dort wiederholt, kündigte der Chef der Unabhängigen Wahlkommission (IEC), Sy Mamabolo, an.