Südafrika nach Wahlen: ANC liegt bei Stimmauszählung weiter vorn

epd-bild/Stefan Ehlert Zwei Tage nach den Parlaments- und Provinzwahlen in Südafrika liegt der regierende Afrikanische Nationalkongress (ANC) bei der Auszählung der Stimmen am Freitagmorgen weiter vorn.

10.05.2019

Nach vorläufigen offiziellen Zahlen hat sich die Mehrheit des regierenden Afrikanischen Nationalkongresses (ANC) in der Nationalversammlung bei 57 Prozent stabilisiert, gefolgt von der oppositionellen Demokratischen Allianz (DA) mit 22 Prozent der Stimmen und den Ökonomischen Freiheitskämpfern (EFF), die ihr angestrebtes zweistelliges Ergebnis erreichten und die Zehn-Prozent-Marke überschritten. Bislang wurden die Ergebnisse in rund 75 Prozent der Distrikte ermittelt.

ANC büßt zehn Prozent der Stimmen ein

Von den neun Provinzen ging Western Cape klar an die Demokratische Allianz, dort war die Auszählung am Freitag nahezu abgeschlossen. Spannend blieb es in der besonders dicht bevölkerten Industrieprovinz Gauteng mit der Hauptstadt Johannesburg, wo der ANC am Freitagmorgen nur knapp über 50 Prozent lag. Auch in KwaZulu-Natal lag der ANC nach Auszählung von knapp zwei Dritteln der Stimmen nur bei rund 53 Prozent und hatte damit dort wie auch andernorts mehr als zehn Prozent der Stimmen im Vergleich zu 2014 eingebüßt.

Bei den Präsidentschafts- und Provinzwahlen 2014 holte der ANC landesweit noch 62 Prozent der Stimmen und gewann in acht der neun Provinzen. Doch diesmal hat die niedrigste Wahlbeteiligung seit dem Ende der Apartheid (65 Prozent) offensichtlich zu den Verlusten beigetragen. Viele ANC-Anhänger waren enttäuscht von den Korruptionsskandalen unter Präsident Jacob Zuma, der von 2009 bis 2018 regierte, bis er vorzeitig von Cyril Ramaphosa abgelöst wurde. Der versprach im Wahlkampf Arbeitsplätze zu schaffen und die Korruption einzudämmen.

Geringes Interesse bei Jungen

Mehr als neun Millionen Wahlberechtigte hatten sich gar nicht erst zur Wahl registrieren lassen, vor allem junge Menschen. Unter den möglichen Erstwählern lag die Zahl der Nichtwähler bei über 80 Prozent. 20 Menschen wurden nach Informationen des südafrikanischen Rundfunks festgenommen unter dem Verdacht, am Mittwoch mehrfach gewählt zu haben.

Der Leiter der Unabhängigen Wahlkommission (IEC), Sy Mamalobo, sagte, jede Manipulation falle auf, aber die Zahl der aufgetretenen Unregelmäßigkeiten stehe in keinem Verhältnis zum geordneten Wahlgang in den nahezu 23.000 Wahlbüros. Während die Auszählung der letzten Stimmen am Freitag fortgesetzt wurde, hatten bereits am Donnerstagabend die ersten Siegesfeiern begonnen. Ein vorläufiges amtliches Ergebnis der Wahlen wird spätestens am Samstag erwartet.