ZdK-Präsident lobt päpstlich angeordnete Missbrauchs-Meldepflicht

epd-bild/Heike Lyding Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Sternberg, hat die von Papst Franziskus angeordnete Meldepflicht für Missbrauchsfälle in der Kirche als "großen Fortschritt" gelobt.

10.05.2019

Nach Einschätzung des Präsidenten des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg, wird der Schutz der Institution nicht länger über den Opferschutz gestellt. Es sei "sehr, sehr gut", dass der Papst klare rechtliche Bestimmungen geschaffen habe, sagte Sternberg am Freitag im ZDF-Morgenmagazin. Es gebe jetzt klare Regeln der Transparenz, der Zusammenarbeit mit staatlichen Behörden sowie für die Bekanntmachung und Untersuchung der Fälle.

ZdK will zu Ergebnissen kommen

Franziskus hatte am Donnerstag die Einführung einer Meldepflicht sowie die Einrichtung von zentralen Anlaufstellen für Betroffene in allen Diözesen weltweit angeordnet. Zudem definierte er die Vertuschung von sexuellem Missbrauch als Straftat.

Kurz vor Beginn der in Mainz tagenden ZdK-Vollversammlung forderte der Präsident zudem "konkrete Reformentscheidungen" in der katholischen Kirche. Bei dem von den Bischöfen angekündigten "synodalen Weg", bei dem auch Machtfragen in der Kirche und Sexualmoral diskutiert werden sollen, gehe es nicht nur darum, Dampf abzulassen, sondern zu Ergebnisse zu kommen, sagte Sternberg im ZDF. Die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) hatte im März Reformvorstellungen formuliert und gemeinsame Beratungen mit dem ZdK vorgeschlagen. Die Laienorganisation will bei der Vollversammlung nun beschließen, ob und wie sie sich daran beteiligen wird.

Im Blick auf das Frauendiakonat und dessen rasche Einführung äußerte sich Sternberg wenig optimistisch. Dass Franziskus die Untersuchung zum Frauendiakonat vor wenigen Tagen noch einmal an die von ihm eingesetzte Kommission zurückverwiesen habe, sei ein Zeichen, dass er sich im Moment nicht zu ganz großen Reformen in der Lage sehe, sagte der ZdK-Präsident. Hintergrund sei eine "ziemlich widerliche Kampagne" gegen den Papst aus den eigenen Reihen.