Azubi-Mindestlohn soll 2020 mit 515 Euro im Monat starten

epd-bild/Steffen Schellhorn Die Reform des Berufsbildungsgesetzes von Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) soll schon an diesem Mittwoch vom Kabinett beschlossen werden.

13.05.2019

Die Bundesregierung will einen Mindestlohn für Auszubildende auf den Weg bringen. Vom Jahr 2020 an sollen sie im ersten Ausbildungsjahr eine Mindestvergütung von 515 Euro pro Monat erhalten, wie die Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montag) unter Berufung auf das Bundesbildungsministerium berichten. In den Folgejahren soll sich die Ausbildungsvergütung demnach weiter erhöhen - im Jahr 2021 auf 550 Euro, ein Jahr später auf 585 Euro und ab 2023 auf 620 Euro. Zudem sei eine zusätzliche Staffelung der Mindestbezüge für Azubis jeweils im zweiten und dritten Lehrjahr geplant.

Die Reform des Berufsbildungsgesetzes von Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) soll dem Zeitungsbericht zufolge schon an diesem Mittwoch vom Kabinett beschlossen werden.

Analog zum gesetzlichen Mindestlohn

Mit der Reform würde erstmals in Deutschland eine gesetzliche Untergrenze für die Vergütung von Auszubildenden festgeschrieben, analog zum gesetzlichen Mindestlohn. Umstritten war in der Bundesregierung zuletzt die Höhe der Zahlungen. Dazu heißt es laut Zeitungsbericht aus dem Ministerium: "Die festgesetzte Höhe der Mindestausbildungsvergütung ist Anerkennung der Leistung der Auszubildenden im Betrieb. Anderseits muss aber auch sichergestellt sein, dass die Motivation der Betriebe erhalten bleibt, Ausbildungsplätze anzubieten." Bildungsministerin Karliczek habe deswegen im Vorfeld Zugeständnisse gemacht: Dort, wo es aktuell eine Tarifbindung gebe, könne es passieren, dass Azubis auch weiterhin weniger als die Mindestvergütung bekämen.

Ein weiterer Schwerpunkt des Gesetzes ist die rechtliche Verankerung von drei Fortbildungsstufen und die Einführung von einheitlichen Bezeichnungen nach einer erfolgreichen Weiterbildung. Neben den traditionellen Titeln wie "Meister" soll es dann zum Beispiel auch einen "Bachelor Professional" oder einen "Master Professional" geben. Damit sollen diese Qualifikationen auf dem internationalen Arbeitsmarkt vergleichbarer werden.