Mutmaßliches Banksy-Werk in Venedig aufgetaucht

14.05.2019

Der Streetart-Star Banksy hat sein jüngstes Werk vermutlich auf eine Hauswand an einem Kanal in Venedig gesprayt. Experten schreiben das Bild eines kleinen Jungen mit Rettungsweste, der eine brennende Seenotfackel in die Höhe hält, dem britischen Künstler zu, wie die römische Tageszeitung "La Repubblica" am Dienstag berichtete.

Der abgebildete Junge steht mit den Füßen im Wasser. Die Farbe seiner Seeenotfackel leuchtet bei Dunkelheit. Das Werk war in den ersten Tagen der Kunstbiennale in Venedig, die am Samstag begann, im Universitätsviertel Dorsoduro aufgetaucht.

Ironische und politische Statements

Der für seine ironischen und politischen Statements in Werken wie "Monkey Queen" und "Rude Copper" berühmte Künstler bekannte sich bislang nicht zu dem Bild. Mit seinen Graffiti hat er Experten zufolge ein Stück Kunstgeschichte geschrieben. Bis heute ist nicht bekannt, wer genau hinter dem Pseudonym steckt.

Für besonderes Aufsehen sorgte Banksy im Herbst vergangenen Jahres mit dem Schredder-Bild "Love is in the bin" ("Liebe ist im Eimer"). Bei der Auktion des ursprünglichen Werks "Girl with balloon" ("Mädchen mit Ballon") im Londoner Auktionshaus Sotheby's herrschte Entsetzen, nachdem ein zerstörerischer Mechanismus im Rahmen des Bildes per Fernbedienung in Betrieb gesetzt worden war. Ein Teil des ursprünglichen Werks hängt nun in Schredderstreifen aus dem Rahmen. Banksy hatte sein Ursprungswerk von 2006 eine Woche nach der Aktion umgetauft. Das Bild, das einer anonymen Besitzerin gehört, ist bis März kommenden Jahres in der Stuttgarter Staatsgalerie zu sehen.