«Lifeline»-Kapitän auf Malta zu Geldstrafe verurteilt

epd-bild/Hermiine Poschmann/Mission Lifeline 10.000 Euro Strafe: Das Gericht in Malta hat es als erwiesen angesehen, dass das Rettungsschiff "Lifeline" der Hilfsorganisation "Mission Lifeline" falsch registriert worden war. Kapitän Claus-Peter Reisch kündigte an, das Urteil anzufechten.

14.05.2019

Im Prozess um das Flüchtlingsrettungsschiff "Lifeline" ist dessen Kapitän Claus-Peter Reisch am Dienstag in Valletta zu einer Geldstrafe von 10.000 Euro verurteilt worden. Wie "Lifeline"-Sprecher Axel Steier in Maltas Hauptstadt Valletta mitteilte, sah es das Gericht als erwiesen an, dass das Schiff der Dresdner Hilfsorganisation "Mission Lifeline" falsch registriert worden war. Reisch kündigte an, das Urteil anzufechten und in die nächste Instanz zu gehen.

Keine Geschäftstätigkeit

Das Gericht habe jedoch anerkannt, dass die Rettung von Flüchtlingen aus Seenot keine Geschäftstätigkeit sei, erklärte die Organisation per Twitter. Die Rettung sei ein humanitärer Akt des Kapitäns gewesen. Der 58-jährige Reisch stand auf Malta seit Anfang Juli 2018 vor Gericht. Der Prozess hatte sich immer wieder verzögert. Insgesamt gab es acht Verhandlungstage.

Die "Lifeline" war in den Niederlanden zugelassen worden. Das Schiff durfte wegen des Prozesses nicht aus Malta auslaufen. Es im Hafen einsatzbereit zu halten, kostet den Verein nach eigenen Angaben pro Tag rund 500 Euro. Die Hilfsorganisation finanziert sich über Spenden. Die "Lifeline" durfte im Sommer 2018 erst nach tagelanger Irrfahrt mit 234 Flüchtlingen an Bord in Valletta anlegen und wurde danach von Maltas Behörden beschlagnahmt.