Kriminalstatistik: Anstieg bei antisemitischen Straftaten

epd-bild/Rolf Zoellner Im vergangenen Jahr hat die Polizei 1.799 judenfeindliche Straftaten registriert - ein Plus von fast 20 Prozent gegenüber dem Jahr 2017.

14.05.2019

Die Polizei hat 2018 deutlich mehr antisemitische Straftaten registriert als im Jahr zuvor. Laut der am Dienstag in Berlin von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) und Bundeskriminalamtspräsident Holger Münch vorgelegten Statistik der politisch motivierten Kriminalität gab es 2018 1.799 judenfeindliche Straftaten - ein Plus von fast 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr (1.504).

Insgesamt hat der Statistik zufolge die sogenannte Hasskriminalität, die sich vorurteilsbeladen gegen bestimmte Gruppen richtet, zugenommen. 2018 gab es der Statistik zufolge in dem Bereich mehr als 8.000 Taten, ein Anstieg um rund 200 Fälle. Maßgeblich verbergen sich den Angaben zufolge dahinter fremdenfeindliche Straftaten (rund 7.700).

Linksextrem motivierte Straftaten gesunken

Hasskriminalität ist eine Unterkategorie der Fallzahlen zur politisch motivierten Kriminalität. Die Gesamtstatistik weist für 2018 insgesamt einen leichten Rückgang aus. Linksextrem motivierte Straftaten sind demnach um 18 Prozent auf knapp 8.000 Fälle gesunken. Rechtsextrem motivierte Taten bewegten sich dagegen in gleicher Größenordnung: 2018 gab es demnach 20.431 Fälle, nur rund 90 weniger als 2017. Bei rechtsextrem motivierten Gewalttaten gab es einen leichten Anstieg um gut zwei Prozent auf mehr als 1.150 Fälle.

Innenminister Seehofer sagte, der Rückgang insgesamt sei kein Grund zur Entwarnung. Die Zahlen bewegten sich noch immer auf hohem Niveau. Er betonte, im Bereich Antisemitismus seien fast 90 Prozent der Taten dem rechtsextremen Spektrum zuzuordnen. Das sei bei allen Diskussionen um eine Zunahme von Judenfeindlichkeit eine wichtige Feststellung. Gerade in Deutschland müsse man sich dem mit allen Mitteln entgegenstellen, sagte Seehofer.