Ein Toter bei anti-muslimischen Ausschreitungen in Sri Lanka

14.05.2019

Bei anti-muslimischen Unruhen in Sri Lanka ist am Montagabend ein Mann getötet worden. Eine aufgebrachte Menge habe den Muslim in seiner Teppichwerkstatt im Puttalam-Bezirk mit scharfen Waffen angegriffen, berichteten lokale Medien. In drei Distrikten nördlich der Hauptstadt Colombo war es am Montag zu Ausschreitungen gekommen.

Seit den Anschlägen islamistischer Terroristen am Ostersonntag auf Kirchen und Luxushotels halten die Spannungen in dem mehrheitlich buddhistischen Inselstaat an. Die Terrormiliz "Islamischer Staat" hatte die Anschläge für sich reklamiert, bei denen mindestens 258 Menschen getötet worden waren. Inzwischen hat die Polizei mehr als 1.000 Menschen im Zusammenhang mit den Attentaten festgenommen. Zehn Prozent der 22 Millionen Einwohner Sri Lankas sind Muslime.

Soziale Medien vorübergehend blockiert

Am Montag wurden Moscheen und Geschäfte muslimischer Inhaber in der Kleinstadt Chilaw beschädigt und in Brand gesteckt. In mehreren Orten ging die Polizei nach Angaben des britischen Senders BBC mit Warnschüssen und Tränengas gegen die Randalierer vor. Ministerpräsident Ranil Wickremesinghe warnte in einer Fernsehansprache, die Sicherheitskräfte würden mit großer Härte gegen Gewalttäter vorgehen. An seine Landsleute appellierte er per Twitter eindringlich, Ruhe zu bewahren und sich nicht durch falsche Informationen beeinflussen zu lassen.

Soziale Medien wurden vorübergehend blockiert, weil der Auslöser der Ausschreitungen offenbar ein Streit im Internet war. Neben Facebook, Twitter, Instagram und Youtube traf dies auch Messaging-Dienste wie Whatsapp, Viber und Snapchat.

Am Montag waren nach einer Pause von drei Wochen erstmals wieder Grundschulen geöffnet, doch viele Klassen blieben leer, weil die Eltern sich weigerten, ihre Kinder in die Schule zu schicken. Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen hatten am Sonntag erstmals nach den Anschlägen Katholiken wieder öffentliche Gottesdienste abgehalten. Christen machen gut sieben Prozent der Bevölkerung aus.