Studie: Ganztagsbetreuung in Grundschulen kostet Milliarden

epd-bild / Jens Schulze Der Ausbau der Ganztagsbetreuung für Grundschüler wird Bund und Länder bis 2025 voraussichtlich zwischen 1,9 und 3,9 Milliarden Euro kosten.

15.05.2019

Das hat das Deutsche Jugendinstitut (DJI) in einer am Mittwoch in München vorgestellten Studie ermittelt. Außerdem rechnet das DJI mit laufenden Betriebskosten von bis zu zwei Milliarden Euro. Familienministerin Franziska Giffey (SPD) bekräftigte am Mittwoch in Berlin, dass die Bundesregierung zügig handeln werde.

Laut Studie werden bis 2025 zwischen 322.000 und 665.000 zusätzliche Ganztagsplätze benötigt. Die Investitionskosten belaufen sich hierbei auf 1,9 Milliarden beziehungsweise 3,9 Milliarden Euro. Die hohe Differenz ergibt sich aus unterschiedlichen Annahmen, die die Forscher über die sich verändernden Betreuungsbedürfnisse der Eltern getroffen haben.

Bedarf der Eltern

Das DJI erhob im Auftrag des Bundesbildungsministeriums den Bedarf der Eltern und befragte dafür 32.800 Familien in einer Zufallsstichprobe. Demnach lag der von den Eltern genannte Bedarf an einem Ganztagsangebot im Grundschulalter 2017 bei 71 Prozent. Derzeit gibt es aber nur für 48 Prozent ein entsprechendes Ganztagsangebot.

Laut DJI-Direktor Thomas Rauschenbach gelingt es bislang nur einem Teil der Eltern, ihre Betreuungswünsche zufriedenstellend zu erfüllen. Um diese Betreuungslücke abzumildern, sei ein weiterer schrittweiser, aber konsequenter Ausbau notwendig.

Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung

Im Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD ist ein Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder vorgesehen. Damit soll nicht nur die Vereinbarkeit von Familie und Beruf leichter ermöglicht werden, sondern auch die Förderung aller Kinder und damit die Chancengerechtigkeit verbessert werden.

Bundesfamilienministerin Giffey will mit einem neuen Gesetz sicherstellen, dass Grundschulkinder in allen Klassenstufen an fünf Tagen in der Woche mindestens von 8 bis 16 Uhr in der Schule betreut werden können, wie sie in Berlin sagte. Der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung werde bei der an diesem Donnerstag beginnenden Jugend- und Familienministerkonferenz in Weimar ein Thema sein.