Neues Bootsunglück - Italienisches Segelschiff rettet 54 Flüchtlinge

epd-bild/Christian Ditsch Ein Schiff der italienischen Hilfsorganisation "Mediterranea Saving Humans" rettete 54 Bootsflüchtlinge aus Seenot. Unterdessen ereignete sich vor der tunesischen Küste ein weiteres Bootsunglück. Es wird befürchtet, dass Dutzende ertrunken sind.

05.07.2019

Im Mittelmeer hat sich vor der tunesischen Küste nach Medienberichten ein neues Bootsunglück mit Flüchtlingen ereignet. Es werde befürchtet, dass Dutzende Menschen ertrunken sind, berichtete die französische Tageszeitung "Le Monde" am Freitag. Laut BBC könnten 80 Menschen ums Leben gekommen sein. Die tunesische Küstenwache habe nur vier Migranten retten können, von denen einer später gestorben sei. Die Flüchtlinge hätten versucht, von Libyen aus nach Italien zu gelangen.

Ein Segelschiff der italienischen Hilfsorganisation "Mediterranea Saving Humans" rettete unterdessen in libyschen Gewässern 54 Bootsflüchtlinge aus Seenot. Nachdem der italienische Innenminister Matteo Salvini die Einfahrt in italienische Gewässer verweigert hätte, habe Malta die Aufnahme der Geretteten angeboten, teilte die Organisation per Twitter mit.

Salvini bezeichnete Seenotretter als "Hausbesetzer"

Das Segelschiff "Alex" sei jedoch nicht in der Lage, die Geretteten an Land zu bringen. Die Hilfsorganisation bat daher darum, diese mit Motorbooten der italienischen oder maltesischen Küstenwache nach Malta fahren zu können. Unter den Flüchtlingen sind den Angaben zufolge 22 Frauen, darunter zwei Schwangere. Die meisten stammen demnach aus der Elfenbeinküste, aus Guinea und Kamerun.

Nachdem die Hilfsorganisation dazu aufgefordert hatte, die Geretteten mit Motorbooten der Küstenwache nach Malta zu bringen, erklärte der italienische Innenminister Salvini im italienischen Fernsehen, es handele sich offenbar um einen "Akt der Piraterie". Die Seenotretter bezeichnete er als "Hausbesetzer".