Lebenslange Haft für Mord an Susanna

epd-bild/Maik Reuss Der Angeklagte Ali B. ist zu lebenslanger Haft wegen Mordes an der Schülerin Susanna verurteilt worden. Er hatte in dem Prozess gestanden, die 14-Jährige getötet zu haben.

10.07.2019

Wegen Mordes an der 14-jährigen Schülerin Susanna ist der Angeklagte Ali B. zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Landgericht Wiesbaden befand den abgelehnten Asylbewerber aus dem kurdischen Teil Iraks am Mittwoch der Vergewaltigung, des Mordes und des schweren Raubs an einem Mann im Kurpark der hessischen Landeshauptstadt für schuldig. Ali B. hatte in dem Prozess gestanden, die Mainzer Schülerin in der Nacht zum 23. Mai vergangenen Jahres in einem Waldstück in Wiesbaden-Erbenheim getötet zu haben, die vorausgegangene Vergewaltigung aber bestritten.

Die zuständige Kammer des Gerichts unter dem Vorsitzenden Jürgen Bonk kam aber zu dem Ergebnis, dass auch eine Vergewaltigung vorliegt und legte dem Angeklagten zudem die besondere Schwere der Schuld zur Last, so dass er nicht automatisch nach 15 Jahren Haft entlassen werden kann. Zudem folgte das Gericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft, eine Sicherungsverwahrung nach der Haftverbüßung vorzubehalten, so dass zu einem späteren Zeitpunkt geprüft wird, ob von ihm noch eine Gefahr ausgeht. Der Forderung der Nebenklagevertreterin von Susannas Mutter, die Sicherungsverwahrung schon jetzt zu verhängen, folgte das Gericht nicht.

Leiche erst Tage später gefunden

Die in der Nähe von Bahngleisen in einem Erdloch verscharrte und mit Ästen bedeckte Leiche des Mädchens wurde dort erst Tage später am 6. Juni nach einem Zeugenhinweis gefunden. Ali B. war zu diesem Zeitpunkt bereits mit seiner Familie in den Irak zurückgereist. Dort wurde er von kurdischen Sicherheitskräften festgenommen und der deutschen Bundespolizei übergeben. Deren Chef Dieter Romann brachte ihn persönlich nach Deutschland, wo sich Ali B. schließlich seit 12. März 2019 vor Gericht verantworten musste.

Mit dem Urteil folgte das Wiesbadener Landgericht im Wesentlichen dem Plädoyer von Staatsanwältin Sabine Kolb-Schlotter. Die Verteidigung hatte auf einen konkreten Strafantrag verzichtet. Rechtsanwalt Marcus Steffel wies nur darauf hin, dass sein Mandant die Tötung gestanden habe und ganz offenkundig nicht über die Reife eines Erwachsenen verfüge.