Krankenkassen sollen Kosten für Gesundheits-Apps übernehmen

epd-bild/Norbert Neetz Ärztinnen und Ärzte sollen künftig Gesundheits-Apps für das Smartphone verschreiben können. Das sieht das Digitale-Versorgungsgesetz von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vor, dessen Entwurf am Mittwoch im Kabinett beschlossen wurde.

10.07.2019

Die Kosten für die digitalen Anwendungen, die Patienten unter anderem an die Einnahme von Medikamenten erinnern, sollen ein Jahr lang von den Krankenkassen übernommen werden.

Das Gesetz sieht vor, die Qualität und die Datensicherheit der jeweiligen Applikationen durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte überprüfen zu lassen.

Krankenhäuser und Ärzte sollen sich bis 2020 sowie Apotheken bis 2021 über eine digitale "Telematik-Infrastruktur" vernetzen, um Patientendaten auszutauschen. Geschieht das nicht, sieht das Gesetz Honorarkürzungen für die Ärzte vor. Sie werden außerdem dazu angehalten, elektronische Post zu versenden und Heilmittel digital zu verschreiben.

Digitale Angebote sollen Patientenversorgung verbessern

Online-Sprechstunden für Patienten sollen künftig leichter zu finden sein. Ärzte, die eine digitale Konsultation anbieten, sollen damit auf ihrer Internetseite werben dürfen. Mit dem Gesetz wird auch der Innovationsfonds im Gesundheitswesen verlängert. Bisher war er mit 300 Millionen Euro pro Jahr ausgestattet, ab 2020 mit 200 Millionen Euro.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte, die digitalen Angebote sollten die Versorgung der Patienten besser machen und die Arbeit der Ärztinnen und Ärzte einfacher. "Patienten sollen sich darauf verlassen können, dass digitale Anwendungen und sinnvolle Apps schnell und sicher in die Versorgung kommen."