Ditib startet im Herbst mit eigener Imamausbildung in Deutschland

epd-bild/Guido Schiefer Ditib, der Islamverband für türkischstämmige Muslime, bildet ab diesem Jahr in einer zweijährigen Ausbildung Imame aus. Der Verband kommt damit einem steigenden Bedarf an Imamen nach, erklärten Ditib-Vertreter.

10.07.2019

Der Islamverband für türkischstämmige Muslime, Ditib, beginnt in diesem Jahr mit einer eigenen Ausbildung von Religionsbeauftragten in Deutschland. Voraussetzung für die Ausbildung sei ein Bachelor-Abschluss in Islamischer Theologie und das erfolgreiche Durchlaufen eines Assessment-Centers, erläuterten am Mittwoch in der Kölner Ditib-Moschee in Ehrenfeld der Vorstandsvorsitzende, Kazim Türkmen, und die Abteilungsleiterin Bildung, Forschung und Integration, Seyda Can.

Die Ditib komme damit einem steigenden Bedarf an Imamen nach. Eine untergeordnete Rolle spiele die Kritik, dass zu viele Imame aus der Türkei und damit der Einfluss des türkischen Staates in den Ditib-Moscheen zu groß sei, erklärten die Vertreter der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (Ditib). Langfristig sei aber zu erwarten, dass immer weniger Imame aus der Türkei in Deutschland die Seelsorge in den Gemeinden leisten werden. "Je mehr eigene Religionsbeauftragte wir ausbilden, desto weniger werden aus der Türkei kommen müssen."

Ausbildungssprache "überwiegend deutsch"

Die Ausbildungsstätte in der Gemeinde Dahlem in der Eifel sehe 50 Ausbildungsplätze vor, hieß es. Ziel sei aber, alle 70 Bewerber aufzunehmen. Ausbildungssprache sei "überwiegend deutsch". Die Ausbildung, die der Verband nach eigenen Angaben komplett aus eigenen Mitteln finanziert, beginnt mit einer zweimonatigen Vorbereitung, ein von einem Mentor begleitetes Praktikum in den Gemeinden schließt sich an. Die zweijährige Ausbildung endet mit einer Abschlussarbeit. Dann können sich die fertig ausgebildeten Imame in ganz Deutschland bei den Gemeinden bewerben, wie die Ditib erläuterte.

In den 857 Ditib-Moscheegemeinden sind den Angaben nach rund 1.000 Imame tätig. 120 von ihnen seien in Deutschland geboren, aufgewachsen und hätten hier ihr Abitur gemacht. Die Ausbildung zum Religionsbeauftragten absolvierten sie aber in der Türkei, weil in Deutschland erst in jüngerer Zeit Ausbildungsgänge in Islamischer Theologie eingerichtet wurden. Allerdings meldeten sich von den deutschen Universitäten nun die ersten Absolventen.