Deutschland nimmt 43 Flüchtlinge von Schiff «Eleonore» auf

epd-bild/Natalia Matter Nach einer Woche Odyssee durfte die "Eleonore" am Montag mit mehr als 100 Flüchtlingen an Bord in Sizilien anlegen. Das Bundesinnenministerium kündigt nun die Aufnahme von 43 der Geretteten an.

04.09.2019

Deutschland nimmt 43 Flüchtlinge auf, die vom deutschen Rettungsschiff "Eleonore" im Mittelmeer gerettet wurden. Das teilte das Bundesinnenministerium am Mittwoch auf Twitter mit. Das Schiff hatte am Montag mit mehr als 100 Flüchtlingen an Bord in der sizilianischen Hafenstadt Pozzallo angelegt, wo die Menschen nach einer Woche Odyssee schließlich an Land gehen durften. Kapitän Claus-Peter Reisch hatte nach einem Unwetter den Notstand ausgerufen und wegen Überflutungen an Bord von einer lebensbedrohlichen Lage gesprochen.

Ermittlungen gegen den Kapitän

In Pozzallo wurde das Schiff der Dresdner Organisation Mission Lifeline von den italienischen Behörden beschlagnahmt, gegen Reisch wird inzwischen ermittelt. Er stehe unter Verdacht der Begünstigung illegaler Einwanderung, berichtete der italienische Fernsehsender TGCOM24 am Dienstagabend auf seiner Internetseite.

Das Bundesinnenministerium hatte bislang erklärt, sich "in signifikanter Weise" an der Aufnahme der Flüchtlinge zu beteiligen. Die Menschen waren vor der libyschen Küste aus Seenot gerettet worden. Die meisten stammen nach Angaben der Hilfsorganisation aus dem Sudan. Unter ihnen sind 30 Minderjährige, vier davon sind unter zehn Jahre alt. Neben Deutschland haben sich auch Luxemburg, Irland, Portugal und Frankreich zur Aufnahme von Geretteten bereiterklärt.