Lügde: Hauptangeklagte erhalten hohe Haftstrafen

epd-bild / Steffen Schellhorn Im Fall Lügde ist das Urteil gefallen. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die Angeklagten sich des schweren Kindesmissbrauchs in 271 Fällen schuldig machten.

05.09.2019

Im Prozess um den vielfachen Kindesmissbrauch in Lügde hat das Landgericht Detmold die beiden Hauptangeklagten zu Freiheitsstrafen mit anschließender Sicherheitsverwahrung verurteilt. Der 56-jährige Haupttäter erhielt eine Freiheitsstrafe von 13 Jahren, wie das Gericht am Donnerstag bei der Urteilsverkündung bekanntgab. (AZ: 23 KLs 14/19) Der 34-jährige Mitangeklagte wurde zu zwölf Jahren verurteilt.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der 56-jährige Mann, der auf einem Campingplatz im lippischen Lügde nahe der Landesgrenze zu Niedersachsen lebte, und der 34-jährige Mitangeklagte sich des schweren Kindesmissbrauchs in 271 Fällen schuldig gemacht haben.

Mehr als 40 Kinder

Die beiden Haupttäter sollen mehr als 40 Kinder im Alter zwischen vier und 13 Jahren über Jahre hinweg sexuell missbraucht haben. Unter den Opfern war auch das Pflegekind des Hauptverdächtigen. Die beiden Männer haben die ihnen vorgeworfenen Taten überwiegend gestanden.

Ein 49-jähriger Mitangeklagter aus dem niedersächsischen Stade war in einem abgetrennten Verfahren bereits am 17. Juli wegen Anstiftung zum schweren Missbrauch und Beihilfe zu einer zweijährigen Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt worden (AZ: 23 KLs 20/19). Der Mann soll über Webcam-Übertragungen am Kindesmissbrauch teilgenommen haben.