Königin Silvia von Schweden mit Karl-Kübel-Preis geehrt

epd-bild / Rolf Zöllner Königin Silvia von Schweden ist am Freitag im südhessischen Bensheim für ihren Einsatz zum Schutz von Kindern mit dem Karl-Kübel-Preis 2019 geehrt worden.

06.09.2019

Die gebürtige Heidelbergerin bekomme die mit 25.000 Euro dotierte Auszeichnung für ihr herausragendes Engagement zum Schutz von Kindern und ihrer Rechte weltweit, sagte der Vorsitzende des Stiftungsrats Matthias Wilkes. Die 75-jährige Monarchin kämpfe mit ihrer vor 20 Jahren gegründeten Stiftung "World Childhood Foundation" (Welt-Kindheitsstiftung, WCF) gegen Vernachlässigung, Ausbeutung, Misshandlung und Missbrauch. "Sie sind eine Königin der Herzen und eine Hoffnungsträgerin für Kinder in Not", betonte Wilkes.

Die WCF habe seit 1999 rund 500 Projekte weltweit mit 65 Millionen US-Dollar unterstützt, sagte der Sänger und Stifter Peter Maffay in seiner Laudatio. "Sie haben hingeschaut, wo andere weggeschaut haben", sagte er an Königin Silvia gerichtet.

Re-Traumatisierung vorbeugen

Die WCF setze sich etwa mit ihren sogenannten Childhood-Häusern dafür ein, dass die minderjährigen Opfer von sexueller Ausbeutung und Missbrauch so selten wie möglich von Ärzten, Therapeuten, Polizei, Pädagogen und Juristen befragt werden müssen. So könne wirksam einer Re-Traumatisierung vorgebeugt werden. "Sie sind eine Persönlichkeit voller Mut, Zivilcourage und Empathie und ein Leuchtturm in unruhigen Zeiten", würdigte Maffay.

Die schwedische Monarchin rief in ihrer Dankesrede Eltern, Politiker und Fachleute auf, endlich zu handeln. Allein in Deutschland seien laut Weltgesundheitsorganisation mehr als eine Million Mädchen und Jungen von sexueller Gewalt betroffen. Das seien ein bis zwei Kinder pro Klasse. "Wir können jedoch eine Menge dagegen tun." Neben den Childhood-Häusern nannte Königin Silvia Projekte in Berlin und Bremen zur Sensibilisierung von angehenden Lehrkräften beziehungsweise Juristen für das Thema "Kindesmissbrauch".

Journalisten geehrt

Seit 2015 verleiht die Kübelstiftung auch den mit 10.000 Euro verbundenen Dietmar-Heeg-Medienpreis. Er ging in diesem Jahr zu gleichen Teilen an Antje Lang-Lendorff von der Berliner "tageszeitung" (taz) und an Norbert Lübbers vom Westdeutschen Rundfunk. Lang-Lendorff erhielt die Auszeichnung für ihre in der "taz am Wochenende" erschienene Reportage über eine Familie, deren zwei Söhne an der unheilbaren Krankheit Friedreich-Ataxie leiden. Lübbers wurde für seinen Film "Ich bin Sophia!" über ein heute elfjähriges Transgender-Mädchen geehrt.

Der Unternehmer Karl Kübel (1906-2006) verkaufte 1972 seine "3-K"-Möbelwerke und brachte den Erlös und den größten Teil seines Privatvermögens in die gleichnamige Stiftung ein, die zurzeit rund 80 Projekte für Kinder und deren Familien im In- und Ausland fördert. Erstmals wurde der Karl-Kübel-Preis 1990 verliehen, dieses Jahr zum 20. Mal. Im vergangenen Jahr erhielt ihn der ehemalige deutsche Fußballnationalspieler Gerald Asamoah.