30 Jahre Einheit: Regierung will wenig Staatsakt und viel Dialog

09.09.2019

Die Bundesregierung will mit acht zentralen Veranstaltungen sowie einer Reihe von Bürgerdialogen an die Entwicklungen von der friedlichen Revolution bis zur deutschen Wiedervereinigung vor 30 Jahren erinnern. Es solle "so viel Staatsakt wie nötig", zugleich Raum für Debatten geben, sagte der Vorsitzende der Kommission "30 Jahre Friedliche Revolution und Deutsche Einheit", Matthias Platzeck (SPD), am Montag in Berlin. Die Kommission hat im Auftrag der Bundesregierung Bausteine für das Gedenkkonzept erarbeitet.

Die acht zentralen Veranstaltungen sollen an Daten stattfinden, die heute als Meilensteine für das Erringen von Demokratie im Osten Deutschlands und die Einheit gelten. Den Auftakt sollte eine Diskussionsveranstaltung bereits am Montag bilden, dem 30. Jahrestag des Gründungsaufrufs für die Oppositionsbewegung "Neues Forum" in der DDR.

Festakt am 9. Oktober in Leipzig

Am 28. September, dem Jahrestag der Ausreise von DDR-Flüchtlingen aus Prag, sollen Sonderzüge von Dresden in die tschechische Hauptstadt fahren. Am 9. Oktober, dem 30. Jahrestag der medial auch im Westen wahrgenommenen Montagsdemonstration in Leipzig, wird es dort einen Festakt geben. Am Tag des Mauerfalls am 9. November werden die Scheinwerfer wiederum auf Berlin gerichtet.

Gedenktage im kommenden Jahr sollen der 18. März, Jahrestag der ersten freien und demokratischen Volkskammerwahl in der DDR, der 1. Juli als Tag der Währungsunion, das Datum der Unterzeichnung des 2+4-Vertrags (12. September) und der Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober sein.

Daneben plant die Kommission 16 Bürgerdialogveranstaltungen, bei denen Menschen aus Partnerstädten in Ost und West zusammenkommen sollen. Die Gespräche, bei denen Platzeck zufolge ehrlich und schonungslos über die Situation heute gesprochen werden soll, werden von der Kommission begleitet und sollen in Handlungsempfehlungen für die verantwortliche Politik münden. Laut Platzeck sollen diese Empfehlungen im August kommenden Jahres vorgelegt werden.