Mann wegen Volksverhetzung in KZ-Gedenkstätte vor Gericht

epd-bild / Gordon Welters Wegen Volksverhetzung und Störung der Totenruhe muss sich ein 69-jähriger Mann verantworten. Er soll bei einer Führung in der KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen die Existenz von Gaskammern unter dem NS-Regime angezweifelt haben.

08.10.2019

Wegen massiver Störungen einer Führung in der brandenburgischen KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen muss sich heute (Dienstag) ein 69-jähriger Mann vor dem Amtsgericht Oranienburg verantworten. Der Mann aus der Bodenseeregion soll im Juli 2018 als Mitglied einer Reisegruppe aus dem Wahlkreis von AfD-Bundestagsfraktionschefin Alice Weidel die Existenz von Gaskammern unter dem NS-Regime angezweifelt haben. Ihm werden Volksverhetzung und Störung der Totenruhe vorgeworfen. Bislang ist nur ein Verhandlungstag vorgesehen.

Die Gruppe war wegen erheblicher Störungen einer Führung am 10. Juli 2018 der Gedenkstätte verwiesen worden. Gegen andere Teilnehmer der Führung wurden die Ermittlungen eingestellt, weil ihnen keine konkreten Äußerungen nachgewiesen werden konnten.