Drei Viertel der Deutschen mit Gesundheitsversorgung zufrieden

epd-bild/Juergen Blume Mehr als drei Viertel der Deutschen bewerten einer Befragung zufolge die Qualität der Gesundheitsversorgung als gut oder sehr gut. Trotz der insgesamt guten Bewertung klagen viele Bürger jedoch über zu lange Wartezeiten.

09.10.2019

Die große Mehrheit der Bürger ist einer Umfrage zufolge mit dem deutschen Gesundheitssystem zufrieden. Mehr als drei Viertel der Befragten (77 Prozent) bewerten die Qualität der Gesundheitsversorgung als gut oder sehr gut, wie aus dem am Mittwoch vorgestellten MLP Gesundheitsreport hervorgeht. Jeder Fünfte empfindet das Gesundheitssystem demnach als weniger oder gar nicht gut. Die repräsentative Studie hat das Institut für Demoskopie Allensbach im Auftrag des Finanz- und Vermögensberaters MLP erstellt.

Trotz der insgesamt guten Bewertung klagen viele Bürger über zu lange Wartezeiten. 62 Prozent der Befragten gaben an, ein oder mehrmals sehr lange auf einen Termin beim Arzt gewartet zu haben. 2012 waren es noch 52 Prozent gewesen. Dabei unterscheiden sich die Erfahrungen von privat und gesetzlich Krankenversicherten: In diesem Jahr berichteten 65 Prozent der gesetzlich Versicherten von zu langen Wartezeiten, bei den privat Versicherten waren es 42 Prozent.

Medikamente aufgrund von Kosten verwehrt

Unsicherheit besteht offenbar darüber, ob Patienten bestimmte Behandlungen oder Medikamente aufgrund von Kosten verwehrt werden: Rund ein Drittel der Befragten (34 Prozent) hatte das Gefühl, dass ihnen aus Kostengründen bereits medizinische Leistungen vorenthalten wurden. Während 37 Prozent der gesetzlich Versicherten diese Vermutung schon einmal gehabt haben, waren es bei den privat Versicherten 19 Prozent.

Tatsächlich gab den Angaben zufolge fast jeder zweite Arzt (45 Prozent) an, dass er bereits aus Kostengründen auf eine Behandlung verzichtet hat. 22 Prozent der Ärzte berichteten, dass dies "selten" vorkomme, bei 18 Prozent komme es "gelegentlich" vor. Fünf Prozent gaben an, dass dies "häufig" vorkomme. Eine Handlung aus Kostengründen verschieben mussten 64 Prozent der befragten Ärzte.

Für die repräsentative Umfrage hat das Institut für Demoskopie Allensbach mehr als 1.200 Bundesbürger und über 500 Ärzte von Mai bis Juli dieses Jahres befragt.