Spahn legt Gesetz zu Verbot von Behandlungen gegen Homosexualität vor

epd-bild/Rolf Zoellner Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will Konversionstherapien soweit wie möglich verbieten. "Diese angebliche Therapie macht krank und nicht gesund", sagte der CDU-Politiker.

04.11.2019

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) konkretisiert seine Pläne zum Verbot von Behandlungen gegen Homosexualität. Die sogenannten Konversionstherapien sollen bei unter 18-Jährigen generell untersagt werden, wie das "RedaktionsNetzwerk Deutschland" (Montag) unter Berufung auf einen Gesetzentwurf des Gesundheitsministeriums berichtet. Der Entwurf sei bereits zwischen den Ministerien der Bundesregierung abgestimmt worden. Verstöße gegen das neue Gesetz sollen mit einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr oder hohen Bußgeldern geahndet werden.

Bei einwilligungsfähigen Volljährigen sollen Konversionsbehandlungen dem Bericht zufolge jedoch grundsätzlich zulässig bleiben. Allerdings dürfen diese Personen keinem "Willensmangel" unterliegen - bedingt etwa durch Täuschung, Irrtum, Zwang oder Drohung.

Keine Krankheit

Gesundheitsminister Spahn sagte dem "RedaktionsNetzwerk Deutschland", Konversionstherapien sollten soweit wie möglich verboten werden. "Wo sie durchgeführt werden, entsteht oft schweres körperliches und seelisches Leid", sagte der CDU-Politiker: "Diese angebliche Therapie macht krank und nicht gesund."

Homosexualität sei im Übrigen keine Krankheit. "Und ein Verbot ist auch ein wichtiges gesellschaftliches Zeichen an allen, die mit ihrer Homosexualität hadern: Es ist ok, so wie du bist", sagte Spahn.