Merkel würdigt in Zwickau Opfer der NSU-Terrorgruppe

epd-bild/Christian Ditsch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat in Zwickau die Opfer der Mordserie des rechtsterroristischen "Nationalsozialistischen Untergrunds" (NSU) gewürdigt.

04.11.2019

Mit dem sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU) und der Zwickauer Oberbürgermeisterin Pia Findeiß (SPD) legte sie am Montag Blumen an dem neuen Gedenkort für die Opfer im Schwanenteichpark in der sächsischen Stadt nieder.

Merkel erklärte, sie wolle damit für die gesamte Bundesregierung zum Ausdruck bringen, "dass wir alles tun werden, damit sich solche Dinge nicht wiederholen". An dem Gedenkort erinnert seit Sonntag je ein Baum an die zehn Menschen, die die Neonazis Beate Zschäpe, Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos zwischen 2000 und 2011 an verschiedenen Orten ermordet haben.

Merkel dankte der Stadt Zwickau

"Es ist unsere Aufgabe, dass so etwas nicht wieder passiert", betonte die Kanzlerin. Die Angehörigen der Ermordeten dürften "nicht immer als Opferfamilien dargestellt" werden, damit sie "wieder ein gutes Leben in Deutschland führen können, so wie wir das alle wollen", betonte Merkel. Dafür müsse zunächst einmal der Staat sorgen. Merkel dankte zugleich der Stadt Zwickau "und allen, die die Initiative ergriffen haben", für das Pflanzen der Gedenkbäume.

Eine Eiche zum Gedenken an das erste NSU-Opfer, den Blumenhändler Enver Simsek, war in dem Zwickauer Park Anfang Oktober nur wenige Wochen nach ihrer Pflanzung abgesägt worden. Auch eine im Anschluss als provisorischer Ersatz aufgestellte Gedenkbank wurde von Unbekannten zerstört. Die neuen Gedenkbäume sollen nun nachts angestrahlt werden, um sie vor erneuten Übergriffen zu schützen.