Chef des UN-Hilfswerks für palästinensische Flüchtlinge tritt zurück

epd-bild / Andrea Krogmann Der Chef des UN-Hilfswerks für palästinensische Flüchtlinge, Pierre Krähenbühl, hat wegen Korruptionsvorwürfen sein Amt niedergelegt.

07.11.2019

Der Schweizer habe seinen Rücktritt nach Veröffentlichung erster Ergebnisse einer internen Ermittlung eingereicht, erklärten die Vereinten Nationen am Mittwoch in New York. UN-Generalsekretär António Guterres habe den Briten Christian Saunders mit der Führung des Hilfswerks UNRWA betraut.

Zunächst hatte Guterres den seit 2014 amtierenden Krähenbühl in einen Zwangsurlaub geschickt. Bei internen Ermittlungen der UN seien "Vorkommnisse" ans Tageslicht gekommen, die unmittelbar mit Krähenbühl zu tun gehabt hätten. Laut Medienberichten soll er einer Geliebten einen lukrativen Job beim UNRWA verschafft haben, das 5,5 Millionen Palästinenser versorgt.

Seit langem Korruptionsvorwürfe

Das 1949 gegründete Hilfswerk sieht sich seit langem mit Korruptionsvorwürfen konfrontiert. Mehrere Länder hatten ihre Überweisungen ausgesetzt. Am härtesten traf das UNRWA ein Zahlungsstopp der USA im vergangenen Jahr. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump warf dem Hilfswerk Reformunfähigkeit vor. Das Werk belasse die Palästinenser in einer Situation der Abhängigkeit und sei anfällig für Vetternwirtschaft, hieß es aus Washington.

Die EU-Kommission löste laut UNRWA 2018 die USA als größter Geldgeber ab. Zweitgrößter Geber war 2018 den Angaben nach Deutschland, danach folgte Saudi-Arabien.

Das UNRWA finanziert sich hauptsächlich aus freiwilligen Beiträgen. Im Jahr 2017 beliefen sich die Zuwendungen auf rund 1,2 Milliarden US-Dollar. Das Werk hilft Menschen in den palästinensischen Gebieten und Ländern des Nahen Ostens wie dem Libanon.