Lutheraner tagen bis Samstag in Dresden

epd-bild/Matthias Rietschel Der hannoversche Landesbischof Ralf Meister hat die Bedeutung der Sprache für den gesellschaftlichen Frieden betont.

07.11.2019

"In Zeiten von Hate-Speech und der Neuinterpretation von Geschichte und Geschichten spielt die Sprache für den Frieden in einer Gesellschaft eine Schlüsselrolle", sagte der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) am Donnerstag in Dresden. Dort begann mit den Beratungen der lutherischen Landeskirchen in Deutschland die Jahrestagung der evangelischen Kirche. Bis Samstag beraten die Lutheraner darüber, wie man den Frieden in der Gesellschaft stärken kann.

Eröffnung der EKD-Synodentagung am Sonntag

Für eine verbindende Sprache sei auch entscheidend, "ob es verbindende Geschichten gibt, die die Mehrheit einer Gesellschaft erzählen kann", sagte Meister. "Diese Frage bleibt brisant, weil in der Erinnerung an die Ereignisse vor 30 Jahren bemerkt wird, dass wir in Deutschland weitgehend keine gemeinsame Geschichte erzählen können."

Die Kirche müsse ein "Asylort der Sprache" sein, betonte Meister. Das Wort gehöre in den Ursprung und in den Auftrag der Kirche, sagte der Leitende Bischof. "Die sprachliche Grundorientierung ist eine Ordnung gegen geistig-geistliche Anarchie", sagte er weiter. "Sprache ordnet. Das Wort Gottes setzt eine Orientierung."

Am Sonntag wird in der Stadt an der Elbe die viertägige EKD-Synodentagung eröffnet. Außerdem trifft sich am Freitag und Samstag die Vollkonferenz der Union Evangelischer Kirchen. Auf der EKD-Synode stehen die Themen "Frieden" und der Fortschritt in der Aufarbeitung sexualisierter Gewalt in der Kirche im Zentrum. Sowohl die Generalsynode der Lutheraner als auch die EKD-Synode wollen außerdem Regelungen treffen, wie sie künftig mehr junge Menschen unter 30 in ihre Gremien integrieren will.