Lüpertz fertigt Testbild zur U-Bahn-Schöpfungskunst

epd-bild/Christine Suess-Demuth Der Maler und Bildhauer Markus Lüpertz will mit großformatigen Keramikplatten sieben U-Bahn-Stationen in eine Kunst-Kathedrale verwandeln. Ende November will er ein erstes Testbild anfertigen. Wie das Werk schlussendlich aussehen soll, bleibt geheim.

08.11.2019

Für sein U-Bahn-Kunstprojekt "Genesis - Sieben Tage des Herrn" will der Karlsruher Künstler Markus Lüpertz Ende November ein erstes Testbild anfertigen. Damit soll geprüft werden, ob die künstlerischen Ideen mit den technischen Erfordernissen und Vorgaben vereinbar sind, sagte der Initiator des Projekts, der Kunstpromoter und Sprecher des Vereins "Karlsruhe Kunst Erfahren", Anton Goll, am Freitag dem Evangelischen Pressedienst (epd).

So müsse getestet werden, ob die tönernen Kunstwerke fehlerfrei gebrannt und zudem sicher im U-Bahn-Tunnel installiert werden könnten. Dabei müssten etwa Brandschutzvorgaben berücksichtigt werden. Der Maler und Bildhauer Lüpertz, der zu den bedeutendsten deutschen Künstlern der Gegenwart zählt, will mit 14 großformatigen Keramikplatten insgesamt sieben unterirdische U-Bahn-Stationen in eine Kunst-Kathedrale verwandeln.

Im Vorfeld hatte es viel Kritik gegeben

Geplant ist, dass zur Eröffnung des Stadtbahntunnels Ende 2020 statt den sonst üblichen Werbetafeln die Schöpfungsgeschichte dargestellt wird, als eine Art Kunstausstellung, die rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr zugänglich ist. Jedes der insgesamt 14 Keramikreliefs wiegt rund 1,5 Tonnen. Es müsse exakt in einen zwei mal vier Meter großen Edelstahlrahmen passen, sagte Goll. Für das Projekt, das rein durch Sponsorengelder finanziert werden soll, sind etwa eine Million Euro veranschlagt.

Wie das Werk aussehen wird, bleibt weiter geheim. Auch das Testbild soll nach dem Willen des 78-jährigen Künstlers niemand sehen. Im Vorfeld hatte es viel Kritik gegeben. Unter anderem wurde diskutiert, inwieweit religiöse Kunst einen Platz im öffentlichen Raum hat.