Papst beklagt Korruption in der vatikanischen Verwaltung

epd-bild/Cristian Gennari/Agenzia Romano Siciliani Papst Franziskus äußert sich erstmals öffentlich zu dem Skandal um Gelder aus dem sogenannten Peterspfennig und beklagt die Korruption in der eigenen Verwaltung.

27.11.2019

Papst Franziskus hat Korruption in der eigenen Verwaltung beklagt. "Das ist ein Skandal, sie haben Sachen gemacht, die nicht sauber zu sein scheinen", sagte er zum jüngsten Finanzskandal im Vatikan um den verlustreichen Kauf einer Immobilie in London nach Angaben von "Vaticannews" während des Rückflugs von Japan.

Im vorliegenden Fall sei Kapital "schlecht und mit Korruption" verwaltet worden, erklärte der Papst in seiner ersten öffentlichen Äußerung zu dem Skandal um Gelder aus dem sogenannten Peterspfennig. Dieser besteht aus Spenden von Gläubigen aus aller Welt, mit denen der Papst Arme unterstützt. Grundsätzlich befürwortete das Kirchenoberhaupt Investitionen aus Mitteln des Peterspfennigs. Doch sie müssten abgesichert sein.

Franziskus riet zur Anzeige

Der Papst verteidigte dabei vor mitreisenden Journalisten seine Entscheidung, die Büros von fünf Verdächtigen durchsuchen zu lassen. Diese hatte zum Ausschluss des Vatikans aus der Egmont-Gruppe geführt, die sensible Informationen über internationale Finanzaktivitäten austauscht. Die vatikanische Staatsanwaltschaft ermittelt in dem Fall gegen fünf teilweise hochrangige Mitarbeiter des Staatssekretariats und der Finanzaufsicht.

Franziskus hatte nach eigenen Angaben selbst dazu geraten, bei der vatikanischen Staatsanwaltschaft Anzeige zu erstatten, nach dem der interne Wirtschaftsprüfer mit dem Verdacht zu ihm gekommen sei.