Diese Woche neu im Kino

epd-bild/Universal Pictures/Eric Chakeen Vier neue Filme im Kino - ausgewählt von der Redaktion von epd Film.

28.11.2019

"Hustlers" (USA 2019)

Nach der Finanzkrise läuft im New Yorker Stripclub "Moves" nicht mehr viel. Die alleinerziehenden Poledancerinnen Ramona und Destiny werden kreativ: Sie bilden eine kleine Bande, die reiche Männer mit Drogen betäubt und ihre Kreditkartenlimits ausreizt. Der Film von Lorene Scafaria beruht auf einer wahren Geschichte und beschwört die Solidarität unter ausgebeuteten Frauen. Die Ansätze von Sozialkritik gehen in der Inszenierung allerdings unter - zwischen ausgedehnten Shopping-Streifzügen und dem ehernen Glam-Image der Hauptdarstellerin Jennifer Lopez.

Regie und Buch: Lorene Scafaria (nach einem Roman von Jessica Pressler). Mit: Jennifer Lopez, Constance Wu, Lili Reinhart, Julia Stiles, Cardi B, Mercedes Ruehl. Länge: 107 Minuten. FSK: ab 12 Jahren. FBW: ohne Angabe. (epd)

"Die schönste Zeit unseres Lebens" (Frankreich 2019)

Victor (Daniel Auteuil) will nicht mit der Zeit gehen. Computer, Smartphones, die ganze Digitalisierung lehnt er ab; sie hat ihn schließlich schon den Job gekostet. Mit seiner schlechten Laune geht er seiner Frau Marianne (Fanny Ardant) auf die Nerven, so lange, bis sie ihn vor die Tür setzt. Da greift Victor zu einem Strohhalm: Sein Sohn hat ihm eine Zeitreise zum Geburtstag geschenkt, die ein Freund im Stil von Kostümfilmen geschäftsmäßig organisiert. Nun nutzt Victor die Gelegenheit. Er weiß genau, wohin er will: zurück ins Jahr 1974, in eine ganz bestimmte Bar, an einem ganz bestimmten Tag. Nämlich dem, an dem er dort Marianne kennenlernte. Nicolas Bedos' Komödie "Die schönste Zeit unseres Lebens" wechselt gekonnt und amüsant hin und her zwischen den Epochen. Und wie nebenbei regt der Film neben kurzweiligem Vergnügen auch noch dazu an, über das Wesen der Erinnerung und wie sie uns und unsere Beziehungen formt nachzudenken.

Regie und Buch: Nicolas Bedos. Mit: Daniel Auteuil, Fanny Ardant, Guillaume Canet, Dora Tillier, Pierre Arditi. Länge: 115 Minuten. FSK: ab 12, ffr. FBW: Besonders wertvoll. (epd)

"Der Leuchtturm" (USA 2019)

Robert Eggers ("The Witch") erzählt in seinem neuen Film von zwei Leuchtturmwärtern im 19. Jahrhundert, die isoliert auf einer kleinen Felseninsel Dienst tun. Und zumindest einer von ihnen fällt allmählich dem Wahnsinn zum Opfer: Er hat bizarre Visionen und entwickelt eine Obsession für das Leuchtfeuer. Trotz seiner Horrorelemente ist "Der Leuchtturm" weniger ein Gänsehaut erzeugender Spuk als vielmehr eine Farce, ein wahnwitziger Rausch aus Fusel, Sturmflut und Testosteron. Eggers gelingt mit den beiden hervorragenden Darstellern Willem Defoe und Robert Pattinson ein grandios gespieltes Charakterstück, inspiriert von Tarkovskij, Bergman und Kubrick.

Regie: Robert Eggers. Buch: Robert Eggers, Max Eggers. Mit: Robert Pattinson, Willem Dafoe, Valeriia Karaman. Länge: 99 Min. FSK: ab 16, feiertagsfrei. FBW: besonders wertvoll.

"Aretha Franklin: Amazing Grace" (USA 1972/2019)

1972 gab Aretha Franklin in der Missionary Baptist Church in Los Angeles ein Konzert, das sich zu einer Sternstunde der Soul- und Gospelgeschichte entwickelte. Dabei ist "Aretha Franklin: Amazing Grace" kein gewöhnlicher Konzertfilm. Er dokumentiert auch, wie die Sängerin, Tochter eines Baptistenpredigers, zurückzukehren versucht zu den religiösen Wurzeln ihrer Kunst. Vom Soul zum Gospel ist es für sie nur ein kleiner Sprung, neben den der Gemeinde vertrauten Hymnen interpretiert sie auch Stücke von Marvin Gaye und Carole King, ohne dass ein spiritueller Unterschied zu spüren wäre. Regisseur Sydney Pollack dokumentierte das legendäre Konzert mit einem Team von Kameraleuten, doch verhinderten technische und juristische Probleme die Fertigstellung. 47 Jahre nach dem Konzert und ein Jahr nach dem Tod der Sängerin kommt der Film endlich in die Kinos.

Regie: Allan Elliott, Sydney Pollack. Mit: Aretha Franklin, Reverend James Cleveland, Southern California Community Choir. Länge: 89 Min. FSK: ohne Altersbeschränkung, ffr. FBW: ohne Angabe.