Amnesty: Menschenrechtlerinnen besonders gefährdet

29.11.2019

Frauen, die sich für die Menschenrechte einsetzen, sind weltweit gezielter und sexueller Gewalt ausgesetzt. Dies geht aus einem Bericht von Amnesty International hervor, der am Freitag in London veröffentlicht wurde. Die Aktivistinnen würden bedroht, attackiert, verunglimpft, kriminalisiert und getötet, weil sie sich für die Rechte von Frauen einsetzten. "Diese Frauen sind entscheidend für einen menschlichen Fortschritt", erklärte Amnesty-Generalsekretär Kumi Naidoo. Sie kämpften an derart vielen Fronten, oftmals, nachdem sie selbst Ausgrenzung und Übergriffe erlebt hätten.

Menschenrechtlerinnen sind der Untersuchung zufolge nicht nur häufiger Gewalt ausgesetzt als ihre männlichen Kollegen, sondern zudem Anfeindungen von Partnern und Familienangehörigen. Ihnen drohten häusliche Gewalt und Misshandlungen aus einem kulturellen Verständnis von "Ehre".

UN-Resolution

Das Risiko für Aktivistinnen sei noch größer, wenn sie zudem einer weiteren diskriminierten Gruppe angehörten, betonte Naidoo. "Wenn du eine Frau bist und eine andere Hautfarbe hast, einer ethnischen Minderheit angehörst oder arm, lesbisch, bi- oder transsexuell oder eine Prostituierte bist, musst du noch viel entschiedener kämpfen, damit die Mächtigen deine Stimme hören."

Immer wieder habe es staatliche Verpflichtungen gegeben, Menschenrechtlerinnen besser zu schützen, erklärte Amnesty. Eine entsprechende UN-Resolution sei vor sechs Jahren verabschiedet worden. Dennoch versagten die Regierungen beim Schutz der Aktivistinnen.

Zwar sei die feministische Bewegung so stabil und kräftig sei wie eh und je, gerate aber seit einigen Jahren unter wachsenden Druck durch Politiker, religiöse Führer und gewalttätige Gruppen. Diese Angreifer dämonisierten die Aktivistinnen. Dabei werde sexuelle Gewalt eingesetzt, um die Frauen zum Schweigen zu bringen. Der Bericht nennt zahlreiche Bespiele solcher Verbrechen.