Katholiken beginnen mit ihrem Reformprozess

epd-bild/Christian Ditsch Der auf zwei Jahre angelegte "synodale Weg" startet mit einer Messe im Münchner Liebfrauendom.

29.11.2019

Die katholische Kirche in Deutschland beginnt am Sonntag mit ihrem zweijährigen Reformprozess, dem sogenannten synodalen Weg. Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, wird zum Auftakt im Münchner Liebfrauendom eine Messe halten, wie die Bischofskonferenz mitteilte. Zusammen mit der Vizepräsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Karin Kortmann, wird er die Synodalkerze entzünden.

Katholiken in ganz Deutschland sind an diesem Tag zum Gebet aufgerufen. In den Domkirchen werden an diesem Tag eigene Synodalkerzen entzündet. Der "synodale Weg" ist ein Beratungsprozess, an dem sowohl die deutschen Bischöfe als auch katholische Laien beteiligt sind. Er soll einen Reformprozess in Gang setzen, der die Kirche aus der Krise nach dem Missbrauchsskandal herausführt. Er soll ein "Weg der Umkehr und der Erneuerung", heißt es in der Satzung.

Erste Synodalversammlung Ende Januar

Bislang stehen vier Themenbereiche fest, die zunächst in Synodalforen diskutiert werden: die Aufarbeitung der Missbrauchsfälle in der Kirche und klerikaler Machtmissbrauch, die priesterliche Lebensform, die katholischen Sexualmoral sowie die Beteiligung von Frauen in Diensten und Ämtern der Kirche. Ende Januar findet im Frankfurter Bartholomäus-Dom die erste Synodalversammlung statt.

Kritiker sind skeptisch, was die Wirkung des "synodalen Weges" angeht. Sie kritisieren, dass die Bischöfe am Ende der Beratungen selbst entscheiden können, ob sie gefasste Beschlüsse in ihren Diözesen umsetzen. Sie sehen daher die Wirkung der Reformen gefährdet, zumal Änderungen beim Zölibat oder eine Öffnung des Priesteramts für Frauen im Vatikan entschieden werden müssten.