DGB-Chef: «Wir müssen die drohende Klimakrise abwenden»

epd-bild/Christian Ditsch Reiner Hoffmann forderte auf der Berliner "Fridays for Future"-Kundgebung einen sozial-ökologischen Umbau der Wirtschaft.

29.11.2019

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat sich für einen raschen und grundlegenden sozial-ökologischen Umbau der Wirtschaft ausgesprochen. "Wir müssen die drohende Klimakrise abwenden", erklärte DGB-Chef Reiner Hoffmann am Freitag in Berlin zum internationalen Klimastreik. Die Arbeitnehmer wüssten, "dass es nur auf einem gesunden Planeten dauerhaft gute Arbeit geben wird".

Deshalb drängten die Gewerkschaften auf mehr Tempo beim Klimaschutz, sagte Hoffmann bei der "Fridays for Future"-Kundgebung vor mehreren Tausend jungen Menschen am Brandenburger Tor. Intelligent gemacht liege darin "eine Riesenchance für unsere Wirtschaft und für unsere Industrie".

Warnung vor sozialer Ungerechtigkeit

Zugleich warnte er vor "neuen sozialen Ungerechtigkeiten". Der sozial-ökologische Wandel erfordere auch, Verantwortung zu übernehmen für ausgehandelte Kompromisse wie bei der Kohlekommission: "Das ist manchmal schmerzhaft und manchmal nicht allen radikal genug." Aber Kompromisse seien ein Wesensmerkmal der Demokratie, sagte Hoffmann laut Redemanuskript.

Richtig sei zwar, dass der Klimaschutz ambitionierte Ziele brauche. "Wir brauchen aber auch konkrete Ergebnisse, die zeigen, wie wir die Klimaziele mit beschäftigungspolitischen Zielen verbinden können", sagte der Gewerkschaftschef. Für diejenigen, deren Jobs gefährdet seien, müsse es neue Perspektiven geben. Dazu forderte er ein "ambitioniertes Zukunftsinvestitionsprogramm".