ProSiebenSat.1 strebt keine Fusion mit Mediaset an

02.12.2019

ProSiebenSat.1-Vorstandschef Max Conze strebt keine Fusion mit dem italienischen TV-Konzern Mediaset an. "Ich bin sehr skeptisch, was eine strukturelle Verschmelzung unserer Unternehmen angeht", sagte Conze der "Süddeutschen Zeitung" (Montag). "Das wäre zwar nicht unmöglich, aber die überschaubaren Synergien würden eine Verschmelzung nicht rechtfertigen, denn die Umsetzung wäre komplex, langwierig und teuer." Mediaset ist im Mai bei ProSiebenSat.1 eingestiegen und hält inzwischen 15,1 Prozent der Anteile.

Mediaset betreibt in Italien und Spanien reichweitenstarke kommerzielle Fernsehsender. Firmengründer Silvio Berlusconi ist mittlerweile aus dem operativen Geschäft ausgeschieden. Vorstandschef ist Pier Silvio Berlusconi, Sohn des früheren italienischen Ministerpräsidenten und heutigen Europaabgeordneten. Im Juni hat Mediaset in den Niederlanden die neue Dachholding "Media for Europe" gegründet, in der die Geschäfte in Italien, Spanien und Deutschland gebündelt sind.

Partnerschaft bei Zukunftstechnologien

ProSiebenSat.1-Chef Conze sagte in dem Zeitungsinterview, er werde bei einem Treffen mit Mediaset-Managern besprechen, wie sich der italienische Konzern das Engagement in Deutschland insgesamt vorstelle. "Und wir wollen verstehen, was 'Media for Europe' konkret bedeutet", fügte der 50-Jährige hinzu, der seit Sommer 2018 an der Spitze des in Unterföhring bei München ansässigen Unternehmens steht.

Sinnvoll sei eine Partnerschaft bei Zukunftstechnologien, sagte Conze. So könnte die von ProSiebenSat.1 und Discovery betriebene Streaming-Plattform Joyn auch in Italien eingeführt werden: "Wir werden die Technologie von Joyn in Europa breiter ausrollen und das mit den führenden Medienunternehmen." ProSiebenSat.1 stelle die Plattform zur Verfügung, und diese werde dann jeweils mit lokalem Programm befüllt. Das Interesse sei in ganz Europa groß.

Mediaset hatte Anfang November seinen Anteil an ProSiebenSat.1 von 9,6 Prozent auf 15,1 Prozent aufgestockt. Der Übernahme weiterer Anteile sei ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg bei der Entwicklung eines europäischen Digital- und Fernsehkonzerns, teilte der Konzern damals mit.