Giffey und Rörig gründen Nationalen Rat gegen Missbrauch an Kindern

epd-bild/Rolf Zöllner Tausende Minderjährige seien nicht ausreichend vor Missbrauch geschützt, sagt der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung. Ein Nationaler Rat soll nun Ziele und Umsetzungsschritte erarbeiten, um Schutz und Hilfen für Betroffene zu verbessern.

02.12.2019

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) und der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, haben einen Nationalen Rat zur Bekämpfung von sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche gegründet. Die ungebrochen hohen Fallzahlen und die Missbrauchsfälle von Staufen, Lügde und Bergisch-Gladbach zeigten, dass Tausende Minderjährige nicht ausreichend vor Missbrauch geschützt sind, sagte Rörig zum Start des neuen Gremiums mit Vertretern aus Politik, Wissenschaft, Institutionen und Betroffenen am Montag in Berlin.

Kampf gegen sexuellen Missbrauch

Bis 2021 soll der Rat Ziele und Umsetzungsschritte erarbeiten, um Schutz und Hilfen für Betroffene dauerhaft zu verbessern. Ziel des Nationalen Rates solle sein, sich gemeinsam als Verantwortungsgemeinschaft über die nächsten konkreten Schritte im Kampf gegen sexuellen Missbrauch zu verständigen, erklärte Giffey. "Alle Verantwortungsträger sollen hierzu in ihrer Zuständigkeit einen Beitrag leisten", sagte sie.

Giffey und Rörig sind selbst Mitglieder des 41-köpfigen Rates. Ihm gehören Vertreter weiterer Bundesministerien, Organisationen der Länder wie der Kultusministerkonferenz, kommunaler Spitzenverbände, der Kirchen, der Justiz, der Sportverbände und Kinderhilfsorganisationen an. Das Gremium soll über vier Themenbereiche beraten: "Schutz und Hilfe", "Kindgerechte Justiz", "Ausbeutung und Internationale Kooperation" sowie "Forschung und Wissenschaft".