Zentrum für politische Schönheit errichtet Denkmal für NS-Opfer

epd-bild/Christian Ditsch Das "Zentrum für politische Schönheit" hat über 200 Bodenproben aus Deutschland, Polen und der Ukraine, an denen die Nazis Massenmorde begingen, zusammengetragen und nach Berlin überführt. Eine temporäre Gedenkstätte soll an die NS-Opfer erinnern.

02.12.2019

Die Künstlergruppe "Zentrum für politische Schönheit" (ZPS) hat in der Nähe des Bundestags in Berlin eine temporäre Gedenkstätte für NS-Opfer errichtet. Die 2,5 Meter hohe und vier Tonnen schwere "Widerstandssäule" solle daran erinnern, dass an diesem Ort "der deutsche Konservatismus die Demokratie in die Hände von Hitler und seinen Nazischergen" legte, erklärte das ZPS am Montag in Berlin. Mit der Aktion unter dem Titel "Suchet nach uns!" will die Gruppe vor einer Zusammenarbeit der Union mit der AfD warnen.

Laut ZPS haben Aktivisten in den vergangenen zwei Jahren über 200 Bodenproben an 23 Orten in Deutschland, Polen und der Ukraine, an denen die Nazis Massenmorde begingen, zusammengetragen und ins Berliner Regierungsviertel überführt. Laboruntersuchungen hätten in über 70 Prozent Hinweise auf menschliche Überreste gegeben: "Wir fanden Knochenkohle, sedimentierte Asche und menschliche Fragmente in den Flussläufen der Weichsel, Zähne auf Feldern, Knochenreste in allen erdenklichen Körnungsgrößen. Es gibt dort kein Grab, keine letzte Ruhestätte."

"Gebot der Stunde"

"Die Toten erinnern den deutschen Konservatismus an seine historische Schuld, sich mit den Faschisten eingelassen zu haben: es nicht mit ihnen zu versuchen, nicht mit ihnen zu paktieren - das ist das Gebot der Stunde", erklärte das ZPS.

Das "Zentrum für politische Schönheit" ist für umstrittene Kunstaktionen bekannt. Im Herbst 2017 hatte die Gruppe mit dem Nachbau des Holocaust-Mahnmals in Thüringen auf sich aufmerksam gemacht. Damit sollte gegen eine Rede von Thüringens AfD-Chef Björn Höcke vom Januar 2017 in Dresden protestiert werden.