Gnadauer Verband: Michael Diener kandidiert nicht mehr als Präses

epd-bild/Norbert Neetz Der Präses des pietistisch geprägten Gnadauer Verbandes, Michael Diener, wird nicht erneut für das Spitzenamt des Verbandes kandidieren.

07.01.2020

Der Generalsekretär des Gnadauer Verbandes, Frank Spatz, bestätigte dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Dienstag entsprechende Berichte. Über die Hintergründe wollte Spatz zunächst nichts Näheres mitteilen. Die Mitgliederversammlung des Verbandes werde vom 13. bis 15. Februar über das weitere Vorgehen beraten, sagte er.

EKD-Ratsmitglied

Michael Diener hatte im September mitgeteilt, von September 2020 an ein unbezahltes Sabbatjahr anzutreten. Damals hatte er jedoch angekündigt, nach Ablauf seiner Amtszeit 2021 für eine Wiederwahl zur Verfügung zu stehen. Der 57-jährige Diener ist seit dem 1. September 2009 Präses des Gnadauer Verbands. Er sitzt zudem seit 2015 im Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).

Der Gnadauer Verband mit Sitz in Kassel versteht sich als Dachorganisation des deutschsprachigen Pietismus und gilt als größte Laienbewegung in der Evangelischen Kirche in Deutschland. Seinen Namen hat der seit 1888 bestehende Verband nach seinem Gründungsort Gnadau bei Magdeburg in Sachsen-Anhalt. Der Pietismus gehört zu den großen geistlichen Strömungen und Reformbewegungen innerhalb der evangelischen Kirche. Als sein Begründer gilt der Theologe Philipp Jakob Spener (1635-1705).