«Insektenatlas» dringt auf nachhaltige Agrarwirtschaft

epd-bild/Karen Miether Das Insektensterben hat laut "Insektenatlas" in Deutschland, Europa und weltweit bedrohliche Ausmaße angenommen.

08.01.2020

Die Heinrich-Böll-Stiftung und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) fordern von der Bundesregierung politische Weichenstellungen für eine nachhaltige, insektenschützende und für die Bauern existenzsichernde Landwirtschaft. Die beiden Organisationen stellten am Mittwoch in Berlin ihren ersten "Insektenatlas - Daten und Fakten über Nütz- und Schädlinge in der Landwirtschaft" vor. Kritik wurde dabei an geplanten Handelsabkommen der EU mit Brasilien oder mit China geübt, deren Ziel weiter ausschließlich billige Produktionsbedingungen seien. Arten- und Klimaschutz blieben erneut auf der Strecke, kritisierten Barbara Unmüßig, Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung, und der BUND-Vorsitzende Olaf Bandt.

Ernährung untrennbar mit Insekten verknüpft

Das Insektensterben hat laut "Insektenatlas" in Deutschland, Europa und weltweit bedrohliche Ausmaße angenommen. "Das ist um so dramatischer, als Insekten eine der fundamentalen Lebensgrundlagen unserer Welt sind", sagte Unmüßig. Die Landwirtschaft und somit die Ernährung von Milliarden von Menschen seien untrennbar mit Insekten verknüpft.

Die Bundesregierung müsse insbesondere in der zweiten Jahreshälfte 2020, wenn Deutschland die EU-Ratspräsidentschaft innehat, die Weichen für eine europaweite umweltschonendere, insektenschützende und für Bauern existenzsichernde Agrarwirtschaft stellen. Nötig seien EU-weite Standards und entsprechende finanzielle Fördermittel. Auch die großen Handelskonzerne seien in der Pflicht. "Wir brauchen faire Preise an den Ladentheken", forderte der BUND-Vorsitzende.