Mindestens 88 Tote bei Gefechten mit Terroristen im Niger

10.01.2020

Bei Gefechten zwischen Islamisten und Soldaten im Niger sind nach Angaben der Armee 25 Soldaten und 63 Terroristen getötet worden. Die Islamisten, die offenbar zu einem Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida gehören, hatten demnach am Donnerstag gegen 13 Uhr einen Stützpunkt der Armee in Chinagodrar an der Grenze zu Mali im Westen des Landes gestürmt.

Der Armee sei es gelungen, die Angreifer mit Unterstützung der Luftwaffe und verbündeter Kräfte zurückzuschlagen, hieß es in einer Mitteilung des nigrischen Verteidigungsministerium in Niamey, die dem Evangelischen Pressedienst (epd) vorliegt. Dem französischen Auslandssender RFI zufolge kam dabei Unterstützung von Mirage-Flugzeugen der französischen Armee.

Keine unabhängigen Informationen

Sechs Soldaten wurden dem Ministerium zufolge verletzt. Zahlreiche Fahrzeuge, mit denen die Islamisten das Camp angegriffen hatten, wurden zerstört. Unabhängige Informationen aus der Region gab es nicht. Ebenso bekannte sich zu dem Attentat zunächst keine der Terrorgruppen, die im Grenzdreieck zwischen Niger, Mali und Burkina Faso operieren.

Vor einem Monat hatte es in der gleichen Region einen ähnlichen Angriff auf das Camp Inates gegeben, bei dem 71 Soldaten getötet worden waren. Die Zahl der Angreifer damals wird auf 500 geschätzt. Wie viele Terroristen an dem Angriff in Chinagodrar beteiligt waren, teilte die nigrische Regierung nicht mit. RFI zufolge griffen die Terroristen diesmal, aus Mali und Niger kommend, von zwei Seiten an.

Die Vereinten Nationen hatten erst am Mittwoch eine beispiellose Zunahme von Terror und Gewalt in der Sahel-Region beklagt. Die Zahl der Terroropfer und der Flüchtlinge sei dramatisch gestiegen. Zudem drohten die Terrorgruppen, sich weiter nach Süden auszubreiten. Dies habe auch den Hintergrund, dass Terror, organisierte Kriminalität und Gewalt zwischen Bevölkerungsgruppen eng verflochten seien. Am Montag kommen Staats- und Regierungschefs aus dem Sahel mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron im südfranzösischen Pau zusammen, um über die Terrorgefahr zu sprechen.