Greenpeace will Fleisch und Milch teurer machen

13.01.2020

Greenpeace fordert eine Verteuerung von Fleisch und Milch aus Massenproduktion. In einer am Montag in Berlin vorgestellten Studie schlägt die Umweltorganisation die Einführung einer Tierwohlabgabe von maximal 50 Cent pro Kilogramm Fleisch und 1,5 Cent pro Liter Milch vor. Ausgenommen sein sollen Produkte aus Ökolandbau und besonders tiergerechten Haltungsverfahren, sagte Greenpeace-Landwirtschaftsexperte Martin Hofstetter.

Neben der Tierwohlabgabe müsse der Mehrwertsteuersatz für Fleisch- und Milchprodukte von sieben auf 19 Prozent angehoben werden, sagte Hofstetter weiter. Zugleich sollten pflanzliche Produkte und pflanzliche Fleisch- und Milchalternativen günstiger werden durch eine Absenkung des Steuersatzes von derzeit sieben auf fünf Prozent.

"Steuern und Abgaben sollten klare Anreize bieten, den übermäßigen Konsum klima- und umweltschädlicher Lebensmittel zu beenden", sagte der Greenpeace-Landwirtschaftsexperte. Die Mehrkosten für Verbraucher blieben dabei überschaubar. Selbst regelmäßige Fleischesser würden mit weniger als zehn Euro mehr monatlich belastet.

Laut Greenpeace würde dem Bund eine Tierwohlabgabe jährlich bis zu 4,5 Milliarden Euro in die Kassen spülen. Damit könnten der Abbau des Tierbestands und tiergerechte Haltungsformen in landwirtschaftlichen Betrieben flächendeckend gefördert werden. Die Kombination von Tierwohlabgabe und Steuerreform würde den Ausstoß von Klimagasen aus der Landwirtschaft um rund 8,8 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr senken. Das entspreche den Emissionen von etwa 3,5 Millionen Pkw.