Raubkunst-Rückgabe: Jüdische Erben nehmen Silberobjekte entgegen

13.01.2020

Der Freistaat Bayern hat am Montag sechs Raubkunst-Objekte aus der NS-Zeit an die Erben der ursprünglichen Besitzer zurückgegeben. Es handelt sich um sechs Silberobjekte, darunter ein Pokal, ein Gewürzgefäß sowie drei Leuchter und ein Kelch, wie das bayerische Wissenschafts- und Kunstministerium in München mitteilte. Kunstminister Bernd Sibler (CSU) nahm die Restitution gemeinsam mit dem Generaldirektor des Bayerischen Nationalmuseums, Frank Matthias Kammel, in Gegenwart der Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München, Charlotte Knobloch, vor. Die silbernen Objekte gelangten 1939 und 1940 an den NS-Staat.

Sibler sagte, der Staat lege mit jeder Restitution "den Finger tief in eine Wunde, die das nationalsozialistische Regime hinterlassen hat". Zudem setze man mit jeder Rückgabe ein "sichtbares Zeichen", dass man sich dieser Verantwortung stelle und sich bemühe, in der Vergangenheit geschehenes Unrecht aufzuarbeiten und transparent zu machen. Die ermittelten Erben lobten die Arbeit des Nationalmuseums und sagten, die übergebenen Objekte hätten "einen hohen emotionalen Wert". Sie waren zuletzt Teil der Präsentation "Silber für das Reich. Silberobjekte aus jüdischem Eigentum im Bayerischen Nationalmuseum".

Diese Ausstellung umfasst insgesamt 112 Objekte aus der sogenannten "Silberabgabe" aus den Jahren 1939 und 1940. Mehr als 200 weitere silberne Objekte, die im Zuge der "Verordnung über den Einsatz des jüdischen Vermögens" des NS-Regimes in die Bestände des Museums gelangten, seien bis 1969 restituiert worden.