Schutz vor Cybermobbing und Datenpreisgabe

epd-bild / Stefan Arend Der "Safer Internet Day" am 11. Februar macht auf die Gefahren des Internets für Kinder und Jugendliche aufmerksam.

07.02.2020

Der "Safer Internet Day" am 11. Februar macht auf die Gefahren des Internets für Kinder und Jugendliche aufmerksam. Der Evangelische Pressedienst (epd) stellt potenzielle Gefahren dar und zeigt auf, wie Eltern ihre Kinder schützen können.

- Ungeeignete Inhalte:

Bilder von Naturkatastrophen, Kriegen oder Unfällen eigneten sich nicht für Kinder, sagt Eva Hanel, Medienreferentin der Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen. Das Internet sei allerdings voll davon. Eltern könnten zum Beispiel Kinder-Suchmaschinen installieren, Filter wie "Google Safe Search" einsetzen oder Jugendschutzprogramme wie "JusProg" nutzen. Solche Programme schränkten den Zugriff von Kindern je nach Altersstufe ein. Eltern sollten Kinder beim Surfen im Internet zudem begleiten. Gemeinsam mit Kindern ab etwa sieben Jahren könnten sie Regeln festhalten, Muster dafür gebe es unter www.mediennutzungsvertrag.de.

- Computerspiele:

Problematisch seien Darstellungen von Gewalt wie Blut oder abgetrennte Körperteile nach dem Töten anderer Spielfiguren, sagt Hanel. Je realistischer die Darstellungen, desto höher sei die Altersfreigabe der Spiele. Für ein bestimmtes Alter ungeeignete Inhalte könnten Kinder verstören, erläutert die Medienexpertin. Aber auch wenn die zu lösenden Aufgaben zu anspruchsvoll seien, könnten Kinder Stress empfinden. Sich an die pädagogischen Empfehlungen wie die Alterskennzeichnung zu halten, entlaste Eltern wie Kinder. Zudem sollten Eltern Medienzeiten begrenzen: für Drei- bis Fünfjährige auf 30 Minuten täglich, für Sechs bis Neunjährige auf eine Stunde pro Tag und ab zehn Jahren auf neun Stunden pro Woche.

- Cybermobbing:

Werden Kinder in den sozialen Medien beleidigt, belaste sie das sehr, sagt Susanne Neuerburg vom Verein "Juuuport" in Hannover. Da "das Internet nichts vergisst", sich also die Problem-Inhalte nicht mehr leicht löschen ließen, könne diese Belastung über Jahre hinweg andauern. Im schlimmsten Fall könne Cybermobbing zu Depressionen und sogar Suizidgedanken führen. Bevor sie in den sozialen Medien ein Bild oder Video posteten, sollten sie den "Oma-Check" machen: Sie sollten sich fragen, ob sie es auch ihrer Oma zeigen würden. Eltern und Lehrer sollten Kindern schon bei ersten Anzeichen wie plötzlicher Verschlossenheit oder schlechten Noten anbieten, über ihre Probleme sprechen zu können.

- Datenschutz:

Kinder gäben oft leichtfertig oder unwillentlich persönliche Daten wie Telefonnummer, Adresse oder Standort im Internet frei, sagt Annika Vogel von der niedersächsischen Landesmedienanstalt. Einige Apps hätten Zugriff auf den GPS-Standort, Adressbücher oder die Kamera des Smartphones, obwohl dies für diese Apps gar nicht notwendig sei. Ein häufiges Problem: Privat verschickte Fotos landeten in WhatsApp-Klassenchats und erreichten auf einmal ein großes Publikum.

Um ihre Daten zu schützen, sollten Kinder das drahtlose Internet nur für die Dauer der Nutzung anschalten, sich am Ende einer Sitzung immer aus den Portalen ausloggen und Apps generell nur die Berechtigungen geben, die wirklich nötig seien, betonte die Medienexpertin. Eltern sollten sich informieren, wie ihre Kinder am wenigsten Daten preisgeben.

- Cybergrooming:

Grooming (englisch: anbahnen, vorbereiten) ist der Fachbegriff für unterschiedliche Handlungen, die einen sexuellen Missbrauch vorbereiten. Wenn Täter oder Täterinnen im Internet nach ihren Opfern suchen, nennt man das Cybergrooming: Sie nutzen verschiedene soziale Netzwerke oder die Chatfunktion von Online-Spielen, um den Kontakt zu Kindern herzustellen, wie es auf der Seite des Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, heißt. Diese Handlungen seien als Vorbereitung zu sexuellem Kindesmissbrauch strafbar, auch wenn sie in einem Chatroom erfolgen. Die Täter versuchen oftmals, die Annäherungen im Internet "offline" fortzusetzen. Wichtig sei, dass Eltern und pädagogische Fachkräfte mit ihren Kindern bzw. ihren Schülerinnen und Schülern über die Risiken des Internets und das Versenden persönlicher Daten und Fotos sprechen. Was einmal im Netz landet, könne kaum noch gelöscht werden, heißt es weiter.