Künftig keine «Bambi»-Verleihungen mehr im Ersten

07.02.2020

"Der Vertrag ist 2019 ausgelaufen; in der ARD gab es ein Votum, keinen neuen Vertrag zu schließen", erklärte der ARD-Koordinator Unterhaltung, Thomas Schreiber. "Wir danken für 24 Jahre vertrauensvoller und erfolgreicher Zusammenarbeit. Wir wünschen dem 'Bambi' alles Gute."

Das Unternehmen Burda erklärte auf seiner Website, die Zukunft des Preises werde nach 24 Jahren vertrauensvoller Zusammenarbeit mit der ARD neu gestaltet. Gerade im vergangenen Jahr habe die Preisvergabe gezeigt, dass "Bambi" journalistische Unterhaltung erfolgreich mit einer klaren publizistischen, gesellschaftspolitischen Haltung verbinde. 2019 waren insbesondere Frauen ausgezeichnet worden, wie die belgische Königin Mathilde, die Sängerin Sarah Connor und die Schauspielerin Naomi Watts.

Frauen- und schwulenfeindliche Texte

"Bambi wird es immer geben. Es ist eine multimediale journalistische Plattform geworden, die würdigt, was den Menschen wichtig ist", erklärte Philipp Welte, im Burda-Vorstand zuständig für die Auszeichnung. Als "größter europäischer Medienpreis und als populäre Marke" funktioniere "Bambi" kanalunabhängig mit oder ohne TV. Im vergangenen Jahr erzielte die Verleihung nach Angaben des Verlags mehr als sieben Milliarden Medienkontakte, darunter 3,46 Millionen ARD-Fernsehzuschauer.

Der Preis wurde 1948 gegründet und war ursprünglich ein reiner Filmpreis, seit 1984 wird die vergoldete Reh-Skulptur Persönlichkeiten aus Film, Fernsehen, Sport und Gesellschaft verliehen. Stark kritisiert worden war die Verleihung eines "Bambi" 2011 an der Rapper Bushido wegen dessen frauen- und schwulenfeindlichen Texten.