Rörig: Kinder brauchen maximale Aufklärung über Risiken im Netz

epd-bild/Anke Bingel Kinder sollten die Chancen digitalen Lernens nutzen, zugleich benötigten sie eine Aufklärung über die Risiken im Netz, sagt der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig. Er fordert ein eigenes Schulfach Medienkompetenz.

10.02.2020

Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes‐Wilhelm Rörig, hat zum "Safer Internet Day" am Dienstag wirksame Maßnahmen zum Kinderschutz bei digitalen Angeboten gefordert. "Wir brauchen eine Debatte zum Verhältnis von Datenschutz und Kinderschutz im Netz", erklärte der Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs am Montag in Berlin. Im Internet seien unzählige Bilder und Filme, die sexuelle Gewaltverbrechen an Kindern und Jugendlichen zeigen, problemlos verfügbar. Produzenten, Besitzer oder Verbreiter solcher Missbrauchsabbildungen kämen zu leicht ungestraft davon. Der "Safer Internet Day" am 11. Februar macht auf die Gefahren des Internets für Kinder und Jugendliche aufmerksam.

Nationale Aufgabe

Kinder sollten die Chancen digitalen Lernens maximal nutzen, betonte Rörig. Zugleich benötigten sie auch eine maximale Aufklärung über die Risiken im Netz: "Wir brauchen dringend ein eigenes Schulfach Medienkompetenz. Die Bekämpfung sexuellen Missbrauchs und das sichere Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen mit Medien muss in Deutschland endlich als nationale Aufgabe verstanden werden - von Bund und Ländern, von allen Parteien, der IT‐Branche, von allen Eltern und von allen Fachkräften, denen Kinder und Jugendliche täglich anvertraut werden."

Die Ermittlungsinstrumente müssen Rörig zufolge "dringend geschärft und der bestehende Strafrahmen endlich besser ausgeschöpft werden". Der Unabhängige Beauftragte begrüßte den Vorstoß von Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD), dass Ermittler künftig computergenerierte Bilder verwenden und sich damit Zutritt zu einschlägigen Darknet‐Foren verschaffen können. Das sei wichtig zur Verhinderung schwerster Sexualverbrechen, fügte Rörig hinzu.