Amnesty-Menschenrechtspreis für Seenotrettergruppe «Iuventa10»

epd-bild/Philipp Saure Die zehnköpfige Crew des Seenotrettungsschiffs "Iuventa" wird mit dem diesjährigen Amnesty-Menschenrechtspreis ausgezeichnet.

11.02.2020

Den zehn Aktivistinnen und Aktivisten aus Deutschland, England, Portugal und Spanien werde in Italien der Prozess gemacht, obwohl sie nur Menschen im Mittelmeer vor dem Ertrinken gerettet hätten, erklärte die Menschenrechtsorganisation am Dienstag in Berlin. Der Fall der "Iuventa10" stehe stellvertretend für alle Helfer, die kriminalisiert würden, weil sie Menschen auf der Flucht in Notlagen nicht im Stich gelassen hätten. Die Verleihung findet am 22. April im Berliner Gorki-Theater statt.

Die "Iuventa" hatte zwischen Juli 2016 und August 2017 in 16 Missionen mehr als 14.000 Menschen vor dem Tod durch Ertrinken im Mittelmeer bewahrt. Am 2. August 2017 wurde das Schiff des Berliner Vereins "Jugend rettet" im Hafen von Lampedusa von den italienischen Behörden beschlagnahmt.

Vorwurf: Beihilfe zur illegalen Einreise

Seitdem geht nach Angaben von Amnesty die italienische Justiz gegen die Seenotretter vor. Der Vorwurf laute Beihilfe zur illegalen Einreise. Die Indizienlage sei mehr als wackelig. Das Vorgehen gegen die "Iuventa10" demonstriere sehr anschaulich, was Staaten bereit seien zu unternehmen, um sich ihrer völkerrechtlichen Verantwortung für Menschen auf der Flucht zu entziehen, kritisierte Amnesty.

Mit dem Menschenrechtspreis zeichnet die deutsche Amnesty-Sektion alle zwei Jahre Persönlichkeiten und Organisationen aus, die sich unter schwierigen Bedingungen für die Menschenrechte einsetzen. Preisträger 2018 war das Nadeem-Zentrum für die Rehabilitierung von Opfern von Gewalt und Folter in Kairo.