Wanderwitz soll Hirte nachfolgen

11.02.2020

Der sächsische CDU-Politiker Marco Wanderwitz soll neuer Ostbeauftragter der Bundesregierung werden. Der 44-jährige Chemnitzer wird damit Nachfolger des am Samstag entlassenen thüringischen CDU-Politikers Christian Hirte. Die Personalie soll bereits an diesem Mittwoch vom Bundeskabinett bestätigt werden, wie am Dienstag zuerst die Zeitungen der Funke Mediengruppe berichtet hatten.

Wanderwitz ist seit März 2018 Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesinnenministerium. Die Stelle des Ostbeauftragten ist im Bundeswirtschaftsministerium angesiedelt. Der Ostbeauftragte soll dafür sorgen, dass bei allen Entscheidungen und Maßnahmen der Bundesregierung "die spezifischen Interessen der Bevölkerung Ostdeutschlands angemessen berücksichtigt werden".

"Eine starke Säule"

Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums schrieb am Dienstag im Kurznachrichtendienst Twitter: "Ich freue mich, dass Marco Wanderwitz die Funktion übernehmen soll und bedauere, dass er das BMI verlässt. Er war eine starke Säule und hat große Verdienste in der Bau- und Wohnungspolitik."

Wanderwitz wurde 1975 in Chemnitz geboren, das damals Karl-Marx-Stadt hieß. Der studierte Jurist ist evangelisch und Vater von vier Kindern. Seit 2002 ist er Bundestagsabgeordneter, jeweils als direkt gewählter Kandidat in seinem Wahlkreis. Im Gegensatz zu seinem Amtsvorgänger hatte er die Ministerpräsidentenwahl in Thüringen mit den Stimmen der AfD umgehend scharf kritisiert und von "politischer Unbedarftheit" und "Dummheit" geschrieben.

"Kandidat der Mitte"

Hirte war am Samstag im Zusammenhang mit der umstrittenen Ministerpräsidentenwahl in Thüringen entlassen worden. Er hatte dem FDP-Politiker Thomas Kemmerich nach dessen Wahl mit den Stimmen der AfD als "Kandidaten der Mitte" gratuliert. Kemmerich ist inzwischen zurückgetreten, bleibt aber zunächst geschäftsführend im Amt.