Papst-Schreiben: Keine Lockerung des Priesterzölibats

epd-bild/Agenzia Romano Siciliani Das nachsynodale Schreiben zur Amazonas-Synode wurde von vielen mit Spannung erwartet: Nun ist klar, eine Lockerung des Priesterzölibats wird es vorerst nicht geben. Der Papst erwähnt auch die Weihe für verheiratete Männer mit keinem Wort.

12.02.2020

Papst Franziskus hat eine "ökologische Katastrophe" im Amazonasgebiet mit weltweiten Auswirkungen beklagt. In seinem am Mittwoch im Vatikan veröffentlichten Schreiben zur Amazonas-Synode verurteilte er zugleich die systematische Unterdrückung von indigenen Völkern und die Zerstörung ihres Lebensraums mit verbrecherischen Methoden. Die Forderung nach der Weihe verheirateter Männer zu katholischen Priestern nimmt er jedoch nicht auf.

Die Bischofsversammlung hatte dies im vergangenen Oktober in ihrem Abschlussdokument verlangt. Mit Blick auf die kontroverse Diskussion um die Forderung nach Weihen verheirateter Männer als Mittel gegen den Priestermangel im Amazonasgebiet betonte der Papst, er werde nicht auf alle Fragen des Schlussdokuments der Synode eingehen.

Regierungen mitverantwortlich für Zerstörung des Regenwalds

In seinem nachsynodalen Schreiben mit dem Titel "Das geliebte Amazonien" ("Querida Amazonia") beklagt Franziskus nun vor allem "kolonisatorische Interessen" als Hintergrund für wachsende illegale Abholzung des Regenwalds sowie eine Ausweitung von Bergbau und Ölförderung in der Region. Internationalen Konzernen wirft das katholische Kirchenoberhaupt "Ungerechtigkeit und Verbrechen" bei der Zerstörung der Umwelt und Vertreibung des Ureinwohner vor. Sie schreckten auch vor Folter nicht zurück.

Zu den Mitteln der Holz-, Bergbau- und Ölindustrie gehörten Sanktionen gegen Proteste und die Ermordung von Indigenen, Brandstiftung in Wäldern und die Bestechung von Politikern und Indigenen, beklagte Papst Franziskus in seinem knapp 30-seitigen Schreiben. Regierungen und Behörden machen sich nach den Worten des Kirchenoberhauptes mitverantwortlich, indem sie Konzernen grünes Licht für Zerstörungen geben. Die Umweltkatastrophe in der Region ist in den Augen des Papstes weit über Lateinamerika hinaus von Bedeutung, denn das "Gleichgewicht des Planeten hängt auch von der Gesundheit Amazoniens ab".

Auch Mitglieder der Kirche seien in der Vergangenheit "Teil des Korruptionsnetzes" gewesen, räumt der Pontifex in seinem apostolischen Schreiben ein. Im Austausch gegen finanzielle Unterstützung von kirchlichen Werken hätten diese bisweilen Stillschweigen gewahrt.