Erzbistum Köln will Missbrauch «ohne Tabu» aufklären

epd-bild/Guido Schiefer Kölner Dom wird in der Dunkelheit angestrahlt: Das Erzbistum Köln will Mitte März die Ergebnisse der Missbrauchsuntersuchung vorstellen (Archiv).

12.02.2020

Die Untersuchungen zum Umgang mit Missbrauchsfällen im Erzbistum Köln sind abgeschlossen. Der Abschlussbericht der Münchner Kanzlei "Westpfahl Spilker Wastl" werde am 12. März an Kardinal Rainer Maria Woelki übergeben und gleichzeitig der Öffentlichkeit vorgestellt, teilte das Erzbistum am Mittwoch mit. Die unabhängige Untersuchung solle zeigen, welche persönlichen, systemischen oder strukturellen Defizite in der Vergangenheit dafür verantwortlich waren, dass Vorfälle von sexuellem Missbrauch vertuscht oder nicht konsequent geahndet wurden.

"Da werden auch Namen genannt, da gibt es kein Tabu", sagte der Kölner Generalvikar Markus Hofmann der "Kölnischen Rundschau" (Mittwoch): "Aber wir müssen jeden Fall genau analysieren." Wenn jemand zwar aus heutiger Sicht falsch gehandelt habe, aber nach der damaligen Kenntnislage kein schuldhaftes Vorgehen vorliege, werde man das differenziert bewerten müssen. Ganz anders sei es, wenn jemand wissentlich Täter geschützt habe, betonte Hofmann. Strafrechtlich relevante Fälle werde man an die Staatsanwaltschaft weiterleiten.