Künstlerinnen des Surrealismus in Frankfurt

epd-bild/Peter Juelich Die Schirn zeigt ab Donnerstag eine Ausstellung über Künstlerinnen des Surrealismus. Sie setzt damit ihre Tradition fort, vergessene Künsterlinnen der Moderne vorzustellen.

12.02.2020

"Fantastische Frauen" lautet der Titel der neuen Ausstellung der Schirn in Frankfurt am Main: Die Kunsthalle widmet die erste große Schau des Jahres den Künstlerinnen des Surrealismus. "Der qualitative und quantitative Beitrag von Künstlerinnen zum Surrealismus ist bisher nur von Fachleuten beleuchtet worden", sagte der Schirn-Direktor Philipp Demandt am Mittwoch. Die Schau "Surreale Welten von Meret Oppenheim bis Frida Kahlo" zeigt vom 13. Februar bis 24. Mai rund 260 Gemälde, Papierarbeiten, Skulpturen, Fotografien und Filme von 34 Künstlerinnen aus Europa, den USA und Mexiko.

Mit der internationalen Überblicksausstellung folge die Schirn-Kunsthalle ihrer Tradition, vergessene Künstlerinnen der Moderne vorzustellen, erklärte Demandt. Die Schau vervollständige ein wesentliches Kapitel der Kunstgeschichte. Die Künstlerinnen hätten wie ihre männlichen Kollegen Elemente des Traums und Unbewussten dargestellt, erläuterte die Kuratorin Ingrid Pfeiffer. Aber ihre Darstellung der Frau und des weiblichen Körpers habe eine Umkehr erfahren: Sie hätten nicht männliche Fantasien über die Frau als Göttin, Teufelin, Puppe, Kindfrau oder Traumwesen geteilt, sondern selbstbewusst ein neues weibliches Identitätsmodell gesucht. Auch mit dem politischen Zeitgeschehen sowie außereuropäischen Mythen und Religionen hätten sich die Surrealistinnen auseinandergesetzt.

Die Ausstellung zeigt laut Pfeiffer diejenigen Künstlerinnen, die direkt mit der 1924 von André Breton und Freunden in Paris gegründeten surrealistischen Bewegung persönlich oder durch Ausstellungen verbunden waren. Neben bekannten Namen wie Louise Bourgeois, Claude Cahun, Leonora Carrington, Frida Kahlo, Meret Oppenheim oder Dorothea Tanning seien zahlreiche weniger bekannte Persönlichkeiten wie Leonor Fini, Alice Rahon oder Kay Sage aus mehr als drei Jahrzehnten surrealistischer Kunst zu entdecken.