Diese Woche neu im Kino

epd-bild/Real Fiction Vier interessante neue Filme im Kino - ausgewählt von der Redaktion von epd Film.

13.02.2020

Bombshell - Das Ende des Schweigens (USA 2019)

Ein Jahr vor dem Weinstein-Skandal wurden die Missbrauchsfälle beim US-Fernsehsender Fox News bekannt, dessen CEO Rogers Ailes systematisch Mitarbeiterinnen sexuell belästigt hatte. Der Film erzählt diesen Skandal ganz im Stile der effektheischenden Infoästhetik des Nachrichtensenders - mit Schriftzügen, schnellen Schnitten und Charlize Theron als eine Art Host, die durch die Geschichte führt - aus Perspektive dreier Frauen nach. Hochkarätig besetzt mit Nicole Kidman, Charlize Theron und Margot Robbie.

Regie: Jay Roach. Buch: Charles Rudolph. Mit: Charlize Theron, Nicole Kidman, Margot Robbie, John Lithgow, Kate McKinnon, Allison Janney. Länge: 108 Minuten. FSK: ab 12 Jahre. (epd)

Spuren - Die Opfer des NSU (Deutschland 2019)

In diesem Dokumentarfilm spürt die Berliner Filmemacherin Aysun Bademsoy den Hinterbliebenen der NSU-Morde nach: Da ist etwa Elif Kubasik, die von ihrer Tochter Gamze berichtet, die ein Jahr nach dem Tod ihres Vaters nicht das Haus verlassen wollte. Und Adile Simsek - ihr Mann Enver wurde in Nürnberg an seinem Blumenstand erschossen -, die mit ihrer Tochter nach dem Prozess zurück in die Türkei ging, weil sie in Deutschland nicht bleiben wollte. Es ist ein längst fälliger, vielschichtiger, starker und berührender Film, in dem endlich auch einmal die Opfer die Hauptrolle bekommen.

Regie: Aysun Bademsoy. Länge: 81 Minuten. FSK: ohne Angabe (epd)

The Royal Train (Österreich/Rumänien 2019)

Nach der sozialistischen Revolution 1947 floh der rumänische König mit der Familie in die Schweiz. Doch vor ein paar Jahren kehrten zwei seiner Töchter aus dem Exil zurück. Seitdem arbeitet "Kronprinzessin" Margarita mit Schwester Elena und einem Team überzeugter Royalisten an der Reinstallierung der Monarchie. Der österreichische Regisseur Johannes Holzhausen beobachtet sie dabei, wie sie in ihrer ehemaligen Heimat dafür werben. Und tatsächlich: Für viele der von Systemwechsel und Korruption gebeutelten Rumänen scheint die Idee monarchischer Kontinuität nicht ohne Verführungskraft.

Regie: Johannes Holzhausen. Buch: Johannes Holzhausen, Constantin Wulff. Länge: 93 Minuten. FSK: ohne Angabe. (epd)

La Gomera (Rumänien/Frankreich/Deutschland 2019)

Cristi wahrt den Schein. Nach außen wirkt es, als habe er alles im Griff. In Wahrheit jedoch hat sich der korrupte Polizist aus Bukarest heillos übernommen. Seine Kollegen und Vorgesetzten misstrauen ihm. Die Mafia, mit der er zusammengearbeitet hat, setzt ihn unter Druck, und überhaupt sind 30 Millionen Euro verschwunden. Cristi wird also von den Gangstern nach La Gomera geschickt, wo er die Pfeifsprache der Kanarischen Inseln lernen soll, damit sich die Mafiosi fortan unentdeckt verständigen können. Der Film spielt kunstvoll auf den Film Noir an, nimmt sich dabei aber selbst nicht zu ernst.

Regie und Buch: Corneliu Porumboiu. Mit: Vlad Ivanov, Catrinel Marlon, Rodica Lazar, Antonio Buil, Agustí Villaronga, Sabin Tambrea. Länge: 98 Minuten. FSK: ohne Angabe (epd)