Kartellamt erlaubt Bauer Übernahme von «Mitteldeutscher Zeitung»

13.02.2020

Grünes Licht für den Kauf der "Mitteldeutschen Zeitung": Das Bundeskartellamt hat der Hamburger Bauer Media Group genehmigt, die Mediengruppe Mitteldeutsche Zeitung mit Sitz in Halle von der Kölner DuMont Mediengruppe zu übernehmen. Aus kartellrechtlicher Sicht sei der Zusammenschluss nicht bedenklich, erklärte der Präsident des Bundeskartellamtes, Andreas Mundt, am Donnerstag in Bonn. Der Bauer Media Group gehört bereits die Magdeburger "Volksstimme".

Die Wettbewerbsbehörde erläuterte, die Verbreitungsgebiete der "Volksstimme" und der "Mitteldeutschen Zeitung" überschnitten sich nicht. "Die beiden Zeitungen stehen praktisch in keinem Wettbewerbsverhältnis um dieselben Leser", betonte Mundt. Das Kartellamt prüfe lediglich, ob der Wettbewerb erheblich gestört werde - und nicht die möglichen Auswirkungen auf die Meinungsvielfalt.

Verbreitungsgebiet im Süden Sachsen-Anhalts

Die "Mitteldeutsche Zeitung" mit ihren 17 Lokalausgaben erzielte im dritten Quartal vergangenen Jahres eine verkaufte Auflage von rund 150.000 Exemplaren. Während das Verbreitungsgebiet der "Mitteldeutschen Zeitung" im Süden Sachsen-Anhalts liegt, deckt die Magdeburger "Volksstimme" mit einer verkauften Auflage von zuletzt rund 151.000 Stück den nördlichen Teil des Bundeslandes ab. Zur Mediengruppe Mitteldeutsche Zeitung gehören auch das News-Portal "mz.de", die Anzeigenblätter "WochenSpiegel" und "Super Sonntag" mit einer wöchentlichen Gesamtauflage von rund 1,3 Millionen, Aktivitäten in Logistik und Druck und der regionale TV-Sender TV Halle.

Die Kölner DuMont-Gruppe gab die Medien in Ostdeutschland im Rahmen einer grundlegenden Neuausrichtung ab, bei der Regionalzeitungen und Druckereien auf dem Prüfstand waren. Anfang Februar verkaufte DuMont die Medien um die "Hamburger Morgenpost" an den Xing-Manager Arist von Harpe. Im September 2019 hatte DuMont sich bereits mit dem Unternehmerpaar Silke und Holger Friedrich über den Verkauf des Berliner Verlags mit der "Berliner Zeitung" geeinigt.

DuMont will sich nach eigenen Angaben künftig im Geschäftsfeld Regionalmedien auf den Kernmarkt Rheinland/Köln konzentrieren. Dort gehören der "Kölner Stadt-Anzeiger" und der "Express" zum Portfolio. Die zukünftige Neuausrichtung will der Konzern nach Abschluss der laufenden Transaktionen im April näher vorstellen.