Kartellamt genehmigt Medienrechte-Ausschreibung der Bundesliga

20.03.2020

Der Dachverband der Bundesliga-Vereine habe sich verpflichtet, bei der Rechtevergabe für die Spielzeiten von 2021/22 bis 2024/25 "umfangreiche Kriterien" zu beachten, teilte die Wettbewerbsbehörde am Freitag in Bonn mit. Dazu gehöre unter anderem, dass nicht ein Medienunternehmen sämtliche Live-Rechte-Pakete exklusiv erwerben kann.

Kartellamtspräsident Andreas Mundt erklärte, ein einziger Exklusivanbieter hätte "kaum Anreize, die Qualität der Berichterstattung zu verbessern, die Preise stabil zu halten und das Innovationspotenzial insbesondere des Internets auszuschöpfen". Bereits in der laufenden Rechteperiode habe der zunehmende Wettbewerb zu neuen Produktangeboten sowohl von Fernseh- als auch von Streaminganbietern geführt.

Live-Rechte vergeben

Die Bonner Behörde ist in den Vergabeprozess involviert, weil die zentrale Vermarktung der Medienrechte durch die DFL eine wettbewerbsbeschränkende Vereinbarung darstellt. Diese könne aber genehmigt werden, wenn damit bestimmte Vorteile für die Verbraucher einhergehen, erklärte das Kartellamt. Vorteilhaft seien in diesem Fall beispielsweise die vereinfachte Organisation des Spielbetriebes der Ligen sowie "die Ermöglichung von qualitativ hochwertigen ligabezogenen Produkten wie der Bundesligakonferenz und zeitnahe Highlight-Berichterstattung".

Nach dem von der DFL vorgesehenen Modell sollen die wichtigsten Live-Rechte der ersten Bundesliga in vier Paketen (Samstagnachmittag, Samstagabend, Freitag/Sonntag und Samstagskonferenz) vergeben werden. Diese Pakete umfassen jeweils alle Übertragungswege - Satellit, Kabel und Internet. Sollte die DFL einem einzelnen Erwerber alle vier Rechtepakete zuteilen, müssten "zwei der vier Pakete co-exklusiv für ein reines Internetangebot an einen Zweiterwerber vergeben" werden, teilte das Kartellamt mit.

Prozess im Mai abgeschlossen

Die DFL hatte die Modalitäten für die Auktion bereits Anfang März vorgestellt. Demnach dürfen Fernsehsender, die Rechte für Zusammenfassungen von Bundesliga-Spielen erworben haben, die Highlight-Sendungen künftig im Nachgang auch in ihren Mediatheken bereithalten.

Zurzeit erhält die DFL durchschnittlich 1,16 Milliarden Euro pro Jahr aus Inlands-Medienrechten, das sind 85 Prozent mehr als in der Periode von 2013 bis 2017. Der Bezahlsender Sky zahlt aktuell 876 Millionen Euro für Live-Rechte, die ARD 119 Millionen Euro für Free-TV-Zusammenfassungen. Einnahmesteigerungen in der zuletzt erreichten Größenordnung gelten bei der jetzigen Vergabe als sehr unwahrscheinlich. Die DFL will den Auktionsprozess im Mai abschließen.