Corona: Diakonie-Präsident fürchtet Aus für soziale Einrichtungen

epd-bild/Juergen Blume Vor den Beratungen der Bundesregierung über weitere Hilfen aufgrund der Verluste durch die Corona-Pandemie hat die Diakonie einen Rettungsschirm für die Einrichtungen der Wohlfahrtspflege wie Kitas und Beratungsstellen gefordert.

20.03.2020

Viele Einrichtungen stünden wegen fehlender Einnahmen gerade mit dem Rücken zur Wand, sagte der Präsident des evangelischen Wohlfahrtverbandes, Ulrich Lilie, am Freitag dem Evangelischen Pressedienst (epd). "Gerade den kleinen und mittleren Einrichtungen kann jetzt ganz schnell die Luft ausgehen - und zwar binnen Wochen", betonte er.

Lilie erläuterte, fast alle Einrichtungen auch seines Verbands seien angewiesen auf Zuwendungen und Entgelte nach Leistungsvereinbarungen, die derzeit in vielen Fällen wegfallen könnten, weil Einrichtungen geschlossen sind. "Alle sind außerdem gemeinnützig. Das heißt, sie dürfen gar keine großen Rücklagen bilden", sagte der Diakonie-Chef. Ihnen drohe das finanzielle Aus, wenn Zuwendungen nicht weiter fließen. "Kosten für Mieten und Personal bei einer Kita oder Tagespflege laufen ja weiter", sagte er.

Klares Signal gefordert

Viele Arbeitsplätze hingen an diesen Einrichtungen, sagte Lilie. "Daran hängen aber auch für den Zusammenhalt der Republik essentielle Handlungsfelder: Kitas, Beratungsstellen, Tagespflege und Reha-Einrichtungen." Das Geflecht aus Sozial-, Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen müsse "um jeden Preis erhalten werden", sagte er.

Er appellierte an die Bundesregierung, ein klares Signal zu setzen und den Fortbestand der Einrichtungen zu garantieren. "Wir sind ein ganz wesentlicher Bestandteil des Zusammenlebens und haben im Moment eine wichtige Rolle für Zusammenhalt und Solidarität in diesen herausfordernden Zeiten", sagte Lilie.