Welthungerhilfe: Corona wird Afrika hart treffen

epd-bild/Norbert Neetz Die Präsidentin der Welthungerhilfe, Marlehn Thieme, fordert, dass die Industrieländer Afrika nicht im Stich lassen.

23.03.2020

Die Welthungerhilfe warnt vor drastischen Folgen der Corona-Epidemie in Afrika. "Es ist davon auszugehen, dass wir in den nächsten Wochen und Monaten dort viele Tote beklagen müssen. Damit werden auch Existenzen vernichtet, und die Armut könnte nicht zuletzt wegen der verheerenden wirtschaftlichen Folgen der Pandemie dort weiter ansteigen", sagte die Präsidentin der Welthungerhilfe, Marlehn Thieme, der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Montag).

Thieme: Versprechen einhalten

Das Virus werde gerade für jene Länder verheerend sein, die ein schlechtes oder kaum funktionierendes Gesundheitssystem haben. "Die offiziellen Infizierungsfälle in Afrika oder Ländern wie Afghanistan sind auch deshalb so gering, weil es vor Ort kaum Tests gibt", sagte Thieme. Die Industrieländer dürften Afrika "jetzt nicht im Stich lassen und sollten ihre Versprechen für alle geplanten Finanzhilfen und Unterstützungsprogramme einhalten".

Die Welthungerhilfe will ihre Arbeit in den 38 Ländern, in denen sie aktiv ist, vorerst soweit wie möglich fortsetzen. "Wir weiten unsere Projekte aus, indem wir Hygieneschulungen und Aufklärungskampagnen beginnen", sagte die Präsidentin der Hilfsorganisation. Auch in Afrika seien Hygienemaßnahmen wie Händewaschen und die Vermeidung von körperlichen Kontakten wichtig, um die Ausbreitung der Krankheit zu verlangsamen.